40 Asylbewerber leben vorerst noch in Groß-Zimmern

Umbauarbeiten ab 2012

Das Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 soll umgebaut und saniert werden und dann das Raumangebot der Friedensschule (im Hintergrund zu sehen), verstärken. - Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - Fast 600 Asylbewerber leben zur Zeit im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Gut 40 von ihnen sind in Groß-Zimmern untergebracht. Von Ulrike Bernauer

Aus rund 50 Herkunftsländern kommen die Flüchtigen, in den Asylbewerberunterkünften werden sie nach Möglichkeit in Volksgruppen zusammengefasst. „Damit sie sich in der Fremde nicht ganz so alleine fühlen“, sagt Thomas Koch, Leiter des Sachgebietes Zuwanderer und Flüchtlinge beim Landkreis.

In Groß-Zimmern leben hauptsächlich Menschen aus Afghanistan, Pakistan, Somalia und Eritrea. Sie kamen alle über das Erstaufnahmelager in Gießen, wo sie zunächst organisatorisch nach einem bestimmten Schlüssel in die Landkreise und dann auf die verschiedenen Unterkünfte verteilt werden.

Die benachbarten Wohnheime in Roßdorf, Groß-Umstadt und Eppertshausen sind voll ausgelastet, auch in Groß-Zimmern ist es eng. „Wir leben platzmäßig von der Hand in den Mund“, sagt Koch und hofft auf das Haus, das neu in Dieburg gebaut werden soll.

Einfluss darauf, wie lange die Asylbewerber in Groß-Zimmern oder im Landkreis bleiben, hat Koch nicht. Wenn es schnell geht, haben die Flüchtlinge nach sechs Monaten ihr Verfahren vor dem Bundesamt für Migration. Das entscheidet, ob die Gründe für das Aufnahmegesuch begründet sind, also ob ein Bewerber bleiben kann oder in das Herkunftsland zurück muss. „Es kann unter Umständen zwei oder drei Jahre dauern, bis über den Asylantrag entschieden ist. Besonders transparent ist das Verfahren nicht“, sagt Koch.

Die Dauer eines Verfahrens hänge unter anderem davon ab, wie groß der Arbeitsaufwand ist, aber auch davon, ob Dolmetscher für die jeweilige Landessprache verfügbar sind. Wird der Antrag des Asylbewerbers abgelehnt, so kann er gegen diesen Bescheid vor dem Verwaltungsgericht klagen. In den meisten Fällen würden die Verfahren negativ entschieden, so Koch.

Schwierig sei es zudem oft festzustellen wie ein Flüchtling tatsächlich in Deutschland eingereist ist. Die wenigsten kommen mit dem Flugzeug. Die meisten werden von Schleppern ins Land gebracht. Nun gibt es zwar in der Europäischen Union (EU) die Regelung, dass die Flüchtlinge in das erste sichere Land der EU zurückgebracht werden, das sie betreten haben. Aber keiner der Flüchtlinge, der beispielsweise von Afghanistan im LKW hierher gebracht wurde, kennt seine Fluchtroute.

Zudem haben deutsche Gerichte inzwischen entschieden, dass Asylbewerber nicht nach Griechenland, Ungarn oder Italien zurückgeschickt werden, weil in den dortigen Aufnahmelagern menschenunwürdige Bedingungen herrschten.

Wann die in Zimmern untergebrachten Asylbewerber die Unterkunft verlassen, ist unklar. Wahrscheinlich ist, dass die meisten von ihnen ins neue Asylbewerberheim in Dieburg umziehen werden. Das soll nach Angaben des Dadi-Werks bis Mitte 2013 fertig sein. Man befinde sich gerade in den Vergabeentscheidungen, so Holger Gehbauer, technischer Leiter des Dadi-Werkes.

Parallel zum Bau des neuen Heimes für die Flüchtlinge beginnen die Planungen an der jetzigen Unterkunft in Groß-Zimmern. Das Haus in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 wird die Räumlichkeiten der Friedensschule ergänzen. „Bei diesem alten Haus stehen auch noch einige Untersuchungen an“, sagt Gehbauer. „Beispielsweise werden wir die alten Deckenbalken auf ihre Tragfähigkeit überprüfen. Die Sanierung und der Umbau eines so alten Gebäudes ist in der Regel nicht einfach.“ Gehbauer rechnet damit, dass das Haus Mitte 2014 der Friedensschule dann grundsaniert zur Verfügung steht.

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