Ungewöhnlicher Löscheinsatz

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In der Hitze trinken Schafe viel. Aber die Tiere in Klein-Zimmern sind nicht verdurstet. Einige sind gestorben, weil sie vom Roten Magenwurm befallen waren.

Groß-Zimmern - Zu einem traurigen Einsatz wurden die Brandschützer aus Klein-Zimmern am Sonntag gerufen. Gegen 15. 30 Uhr hieß es „Hilfeleistung: Schafherde zwischen Klein-Zimmern und Habitzheim braucht Wasser.“

Von der Polizei angefordert kamen die Kameraden mit einem Löschfahrzeug zum Einsatzort. Dort bot sich den Feuerwehrleuten ein Bild des Grauens. Was zunächst nach einer eher angenehmen Hilfeleistung klang, entpuppte sich zum Albtraum für jeden Tierfreund. Für sechs Schafe kam jede Hilfe zu spät. Fünf von ihnen scheinen erst kurz vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte gestorben zu sein, bei einem Schaf hatte schon der Verwesungsprozess eingesetzt.

Nach Rücksprache mit dem Veterinäramt wurden diese Schafe in eine Tierkörperbeseitigungsanstalt nach Darmstadt gebracht. Die Feuerwehrleute versorgten die Herde mit Wasser. Die acht auf der Weide verteilten, in der Hitze ausgetrockneten Wasserwannen und der dort befindliche Vorratstank wurden mit Frischwasser gefüllt. Schnell waren die 600 Liter aufgebraucht, die im Löschfahrzeug mitgeführt wurden. Um alle Behältnisse zu füllen, wurde dreimal Nachbetankt. Nachdem die Brandschützer den Schafen auch noch einen Heuballen geöffnet hatten war der bittere Einsatz nach rund drei Stunden beendet.

Wiesen sind für die Schafe ideal

Der Besitzer der Schafherde, Jo Jung vom Biolandhof am Hasselbach in Otzberg, hat die Herde umgehend auf eine andere Wiese gebracht. Er widerspricht anfänglichen Vermutungen, die Tiere hätten eventuell zu wenig Wasser gehabt. „Ich schaue bis zu fünfmal am Tag nach ihnen. Für die Schafe sind diese Wiesen ideal“, sagt er. Am Sonntag habe er im Heu gearbeitet und sich deshalb lediglich etwas verspätet.

Am Montag hat das Veterinäramt des Landkreises Darmstadt-Dieburg die Herde überprüft und Ermittlungen zur Todesursache der Tiere aufgenommen. Am Dienstag hat eine weitere Überprüfung stattgefunden, wieder lagen vier tote Schafe auf der Weide. Diese Tiere wurden einer Sektion unterzogen. Insgesamt wurden bisher 15 Schafe tot aufgefunden.

Roter Magenwurm ist nur schwer nachweisbar

Das Untersuchungsergebnis liegt Jung nun vor. Tatsächlich handelt es sich um den Roten Magenwurm,  der schwer nachweisbar ist und wegen seines großen Vermehrungspotentials und der zunehmenden Resistenz gegen Wurmmittel ein Problem darstellt. Der Parasit bevorzugt warmes Klima und die Hitze der letzten Tage war für die Tiere wohl ein zusätzlicher Stressfaktor.

„Wir hatten auch 2011 Probleme. Obwohl die Symptome auf eine Verwurmung hinwiesen, wurde nichts gefunden und ich fühlte mich regelrecht kriminalisiert“, sagt Jung dem LA. Trotz des Entsetzens über den Verlust der Tiere ist er jetzt erleichtert, dass die Ursache nun feststeht. Mit der Behandlung wurde umgehend begonnen.

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