Hallenbadkommission sucht Lösungen / Schließzeit während des gesamten Sommers?

„Uns steht das Wasser bis zum Hals!“

Sehr beliebt, aber finanziell kaum tragbar ist das Zimmerner Hallenbad. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern J In Zeiten defizitärer Haushalte müssen viele Ausgaben auf den Prüfstand. Rund 500 000 Euro Minus spült etwa der Unterhalt des Hallenbads jährlich in die Kassenbücher. Von Ursula Friedrich

Eine Hallenbadkommission mit Vertretern aus Verwaltung und Fraktionen sucht nun nach Lösungen, dieses Defizit herunterzufahren. Am Samstag fand eine weitere Sitzung des nicht öffentlichen Gremiums statt.

„Es geht nicht darum, das Hallenbad zu schließen“, betonte Bürgermeister Achim Grimm, der bereits von Unterschriftenaktionen weiß, die verängstigte Badegäste initiieren.

Aber finanziell stehe der Gemeinde „das Wasser bis zum Hals“, zumal in diesem Jahr eine 2,4 Millionen teure Investition zum Bau des neuen Kindergartens ansteht.

Noch sind keine Konzepte auf dem Tisch, doch es gibt eine Fülle an Ideen. „Wir haben wahrscheinlich das einzige Bad in Hessen, das im Sommer geöffnet hat“, warb das Gemeindeoberhaupt beim Neujahrsempfang des Kerbvereins um Verständnis für die unpopuläre Idee: das Hallenbad während der Sommermonate zu schließen. Dies brächte allein Einsparungen an Energiekosten von 3 200 Euro pro Woche. An sechs Tagen in der Woche steht das Bad dem Publikum offen, donnerstags trainieren lediglich Vereine. Einmal wöchentlich genießen verfrorene Badenixen am Warmbadetag gemütliche 30 Grad Wassertemperatur. Bislang wurde die beliebte Freizeiteinrichtung lediglich für drei Wochen in den Sommerferien für eine Grundreinigung und kleinere Reparaturarbeiten zu gemacht. Auch eine leichte Anhebung der Eintrittspreise könnte die Einnahmensituation verbessern, ist aus den Reihen der Fraktionen zu hören. Aber: Noch ist nichts spruchreif. Und ob Veränderungen bereits in diesem Jahr greifen, sei ebenfalls ungewiss, meinte Grimm. Denn: Sechs Mitarbeiter verdienen am „Arbeitsplatz“ Hallenbad ihren Lebensunterhalt. Für sie sollen Lösungen gefunden werden, wie sie trotz Schließung etwa in den Freibädern der Nachbarkommunen eingesetzt werden könnten. „Es ist ein Prozess, der noch viel Klärungsbeedarf erfordert“, so Bürgermeister Grimm. Auch Besucherströme - über 80 000 Menschen tauchen jährlich in die Fluten des Hallenbades - werden analysiert.

Das Gros der Nutzer kommt von außerhalb. Schulen aus dem gesamten Ostkreis nutzen das Hallenbad für den Schwimmunterricht. Untersucht wird, ob sie mit leichter Gebührenanhebung mit ins Rettungsboot geholt werden können.

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