Schüler, Arbeitslose und Betriebe zueinander führen

Unternehmertreffen

Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweiges der Albert-Schweitzer-Schule, stellt Pläne für die Berufsorientierung vor. Foto: Bernauer

Groß-Zimmern (bea) - Angetan zeigen sich Groß-Zimmerner Unternehmer von der Veranstaltung des Vereins „bel(i)ebt Groß-Zimmern“ am Donnerstagabend.

Zwei Projekte werden im Rathauses vorgestellt: Einmal „Ich lebe und arbeite in Groß-Zimmern“ von der Kreisagentur für Beschäftigung. Hierbei sollen Arbeitslose einen Job in ihrem Heimatort finden.

Dann präsentiert Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweiges der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), Maßnahmen zur Verbesserung der Berufsorientierung.

Ein Netzwerk wollen sie alle miteinander knüpfen, der Verein mit gut 30 Zimmerner Unternehmern, Ute Thiessen von der Kreisagentur und die Lehrerin. Es soll einen schnellen und besseren Austausch gewährleisten mit dem Ziel, dass Auszubildende und Arbeitnehmer sowie die Betriebe besser zueinander finden.

Ganz konkret wird es an diesem Abend für Günther Friedrich. Er hat das Angebot zum gegenseitigen Austausch nach den beiden Präsentationen angenommen und sich gleich an Thiessen gewandt.

Die 44 Teilnehmer am Projekt „Ich lebe und arbeite in Groß-Zimmern“ suchen dringend Arbeit und der Klein-Zimmerner Friedrich hat Bedarf an Arbeitskräften. Drei Angestellte hat er in seinem Estrich-Fachbetrieb, braucht jedoch noch Verstärkung. „Ich finde es toll, dass es Leute gibt, die wirklich arbeiten wollen.“ Bereits am Montag will sich der Unternehmer mit einem der Projektteilnehmer treffen, in der Hoffnung, einen neuen Mitarbeiter zu gewinnen.

Dana Jäger von der Bäckerei Bauder ist immer auf der Suche nach qualifizierten jungen Leuten für eine Ausbildung im Verkauf. „Wir brauchen insgesamt noch Mitarbeitern, die ins Team passen“, sagt Jäger. Sie kann sich durchaus vorstellen, auf die Kreisagentur zuzugehen. „Es ist zwar nur ein kleiner Pool von potenziellen Mitarbeitern, aber wenn es passt...?“

Thomas Kessler von der Firma Kessler Kunststofftechnik ist aus reiner Neugier gekommen. Er hat von beiden Projekten noch nichts gehört, sucht aber beispielsweise immer mal wieder Praktikanten. „Wir sind auf längere Sicht auch auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, unsere Leute werden eben auch älter.“ Aktuell bildet die Firma nicht aus.

Kurt Klee besucht in zweifacher Funktion die Veranstaltung. Er ist der zweite Vorsitzende des Vereins „bel(i)ebt Groß-Zimmern“ und als Geschäftsführer des Modehauses Belmodi auch selbst an Arbeitskräften interessiert. „Wir wollen Arbeitslose mit Firmen in Kontakt bringen“, erklärt Klee für den Verein. Gleichzeitig hat das Modehaus an Ausbildungskräften immer Bedarf. „Wir stoßen immer wieder auf das Problem, dass Schüler die ein Praktikum bei uns machen, gar nicht den Beruf ergreifen wollen. Nachdem man sich zwei Wochen mit dem Jugendlichen beschäftigt hat, sagt der: das war ja ganz interessant, aber eigentlich will ich etwas ganz anderes werden.“

Klee hofft, dass die Berufsorientierungshilfe an der ASS die Schüler besser vorbereitet. Wenn die Jugendlichen sich Praktikumsplätze suchen, bei denen sie sich auch später eine Berufsausbildung vorstellen können, dann haben Schüler und Unternehmer mehr davon.

„Der Betrieb lernt dann eher potenzielle Ausbildungskandidaten kennen, was heute oft nur zufällig passiert. Deshalb begrüße ich auch, dass sich die Firmen mit ihren Berufsbildern in den Schulen selbst vorstellen.“

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