Ausstellung „Heimat – Gedanken in Bildern“ wandert zum Otzbert

Utopie auf der Reise des Lebens

Schuhe auf dem Weg können ein Sinnbild für Heimat sein. Mark Hamer stellt seine Bilder aus.

Groß-Zimmern - „Heimat ist die Utopie, auf der Reise des Lebens irgendwo für immer anzukommen“. Dieses Zitat eines Mannes, Alter unbekannt, ist eines derer, die der Fotograf Mark Hamer in seine Ausstellung „Heimat – Gedanken in Bildern“ aufgenommen und fotografisch umgesetzt hat. Von Verena Scholze

Passend zu diesem Zitat wählte der Künstler ein Motiv, das ein Paar Wanderschuhe an einem Baum gelehnt zeigt. Eine 32-jährige Frau gab Hamer zur Antwort: „Heimat – keine Ahnung, ich bin mit diesem Thema überfordert“. Damit stellte sie den Fotografen vor eine fast unlösbare Aufgabe. Er wählte ein Sommergewitter auf freiem Feld, den Blitz im Hintergrund aufs Bild gebannt.

Stimmungsvolle Fotografien, alle in schwarz-weiß ausbelichtet, spiegeln die verschiedenen Empfindungen und interpretierten Emotionen Hamers zu den gesammelten Zitaten eindrucksvoll wieder.

Für seine Ausstellung streifte 41-jährige Brite in seiner Freizeit durch Klein- und Groß-Zimmern. Wahllos befrage er Mitbürger auf der Straße, welches Bild in ihren Gedanken entsteht, wenn sie an Heimat denken.

Die Antworten waren vielfältig und oftmals überraschend. Eine Herausforderung für den Fotografen, diese Gedanken in Bilder umzusetzen.

„Diese Umsetzung und Gestaltung ist dem Künstler wirklich sehr gelungen“, war die einstimmige Meinung der geladenen Besucher, die sich am Freitag Abend zur Vernissage im Glöckelchen eingefunden hatten.

Auch Hamer selbst zeigte sich zufrieden. „Letzte Woche, als es noch Möglichkeiten gab die Auswahl der Bilder zu beeinflussen, war ich sehr aufgeregt“, blickt er zurück.

„Nachdem die Entscheidung jedoch gefallen war, wurde ich ruhiger und ich glaube, eine gute und vielfältige Auswahl getroffen zu haben“. Ein eigenes Lieblingsbild kann der Künstler momentan nicht benennen. „Jetzt, wo die Bilder hängen, muss ich erst einmal Abstand dazu bekommen, alles auf mich einige Tage wirken lassen und reflektieren“, lächelt er. Der Erste Beigeordnete der Gemeinde, Hans Wichmann, der auch im Namen von Bürgermeister Achim Grimm die Ausstellung eröffnete, wies auf die weitreichende Bedeutung des Begriffes Heimat hin. Besonders hob er zwei große Abschnitte in der Geschichte hervor, die den Begriff Heimat nach dem zweiten Weltkrieg und in den 50er und 60er Jahren prägten, als die ersten Gastarbeiter Deutschland besiedelten und unser Land zu ihrer neuen Heimat wurde.

Das Duo Otto Sorrentino und Otto Herdt, die für die musikalische Unterhaltung des Abends sorgten, bezeichnete Hamer als „Künstler auf Heimatsuche“ und lobte sie als „very british – stets zurückhaltend“.

Das Publikum war begeistert und viele Gäste waren in lebhafte Diskussionen vertieft über die Interpretation der Bilder, Motive und Zitate. „Bei einigen sind die Fotos auf den ersten Blick schlüssig“, erklärt eine Besucherin. „Bei anderen muss ich das Motiv erst einmal auf mich wirken lassen und den manchmal unterschwelligen Zusammenhang herstellen“.

Ein zusätzliches Highlight ist ein Buch mit den Motiven der Ausstellung, das Hamer zusammengestellt hat.

Dieses Hardcoverbuch ist über die Homepage des Fotografen http://www.gedanken-in-bildern.de oder über den Buchladen „Lesezeichen” in Groß-Zimmern erhältlich.

Nächstes Wochenende wandert die Ausstellung auf die Veste Otzberg, wo sie in minimierter Form am 26. und 27. September zu sehen ist.

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