Vandalismus am Hochsitz

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Jagdaufseher Herbert Hirsch steht vor dem zerstörten Hochsitz, neben dem auf dem Boden überall verstreut die Latten und Hölzer liegen.

Groß-Zimmern - „Ich kann das nicht begreifen“,sagt Jagdaufseher Herbert Hirsch kopfschüttelnd und blickt erschüttert auf die Überreste des Hochsitzes. Von Verena Scholze

„Es geht hier nicht nur um den materiellen Schaden. Diese Stelle an der Straße ist eine der gefährlichsten Standorte die wir im Umkreis haben und nun können wir den Hochsitz nicht mehr nutzen.“Am vergangenen Donnerstag Nachmittag beobachteten vorbeifahrende Augenzeugen mehrere Fahrräder, die vor dem Hochsitz im Gras lagen.

Als Hirsch am Freitag gegen sieben Uhr seine übliche Kontrollrunde fuhr, bemerkte er den Schaden am Hochsitz.

„Nicht nur, das diese Vandalen die Leiter zerstört haben“, erzählt Hirsch, „sie haben auch die obere Verschalung komplett zerschlagen. Ich habe die einzelnen Teile hier überall gefunden“, berichtet der Jagdpächter weiter. Der Hochsitz, der sich unmittelbar an der L3115 in Richtung Darmstadt befindet, ist einer der wichtigsten Beobachtungsposten im Umkreis. Direkt neben dem Sitz verläuft ein Rehlauf, bei dem die Tiere aus dem Waldstück über die Straße zum benachbarten Golfplatz kommen.

Genau an dieser Stelle wurde dieses Jahr bereits vier Mal Rotwild zu Tode gefahren. „Es geht hier nicht allein um die Tiere, auch Menschenleben sind bei diesen Überquerungen der Straße durch Rotwild gefährdet“, erklärt Hirsch. „Daher wird dieser Hochsitz oft genutzt, um die Tiere unter Kontrolle zu halten“.

Um diesen Straßenüberquerungen der Rehe vorzubeugen, haben die Jagdaufseher Vorsorgemaßnahmen getroffen und dort Ende letzten Jahres Mulch gestreut, um eine Rehwildwiese anzulegen.

„Damit wollen wir die Tiere vermehrt im Waldstück halten“, so Hirsch. Wegen der Zerstörungen wurde erst einmal Anzeige gegen unbekannt erstattet. „Sollten sich die Täter bei uns melden und einsichtig sein, dann könnten wir uns vorstellen, diese Anzeige zurückzunehmen. Im Gegenzug sollen die Täter beim Wiederaufbau des Hochsitzes mit anfassen.“

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