Erfolgreiche Motocross- und Endurofahrerin

Vanessa Danz: Wettkampf steht ganz oben

Groß-Zimmern - Mit sechs Jahren ist Vanessa Danz zum ersten Mal auf einem Motorrad gesessen – damals noch mit ihrem Vater Peter Danz. „Dann wollte ich auch mal selbst fahren“, sagt sie. Heute ist sie 23 Jahre alt und eine begeisterte und erfolgreiche Motocross- und Endurofahrerin. Von Lars Herd 

Schon viele Jahre ist Vanessa Danz eine leidenschaftliche Motorsportfahrerin: Neben dem Studium der Sportwissenschaften in Darmstadt zählen für sie hauptsächlich die Wettkämpfe im Motocross und Enduro. Auch die Freunde dürfen nicht zu kurz kommen, doch Freizeit ist Mangelware. Die Wochenenden sind in der Regel für Wettkämpfe verplant. Dafür muss sie meist mindestens 500 Kilometer weit fahren. „Hier in der Nähe gibt es leider nicht so viele Rennen“, erklärt die Groß-Zimmernerin. Oft wird sie bei den weiten Fahrten von ihrem Vater begleitet, der sie bei ihrem Hobby unterstützt.

Trotz ihrer großen Erfolge – wie dem 3. Platz bei der „Enduro FIM ISDE SIXDAYS Weltmeisterschaft“ in Spanien oder der Deutschen Vize-Meisterschaft im Enduro im vergangenen Jahr – ist es ein Hobby geblieben. Und ein kostspieliges dazu. Viel Geld verdienen kann man mit Motocross und Enduro nicht. „Man muss eher noch drauflegen“, gibt Vanessa Danz einen Einblick in die von der breiten Masse der Öffentlichkeit kaum beachtete Sportart. Um ihr Gefährt, die Ausrüstung und auch die vielen weiten Reisen zu den Wettkämpfen zu finanzieren, ist sie regelmäßig auf der Suche nach neuen Sponsoren. Doch die gestaltet sich oftmals schwer, denn ihre Sportarten „kennt nicht jeder“. Doch das ist Vanessa Danz egal, schließlich geht es ihr um den Spaß am Fahren.

Vielmehr ist es für sie sogar spannend, „so viel von der Welt zu sehen“. Zwar sind viele ihrer Wettkämpfe in Deutschland, aber auch in anderen Ländern kommt sie herum. Neben einigen Reisen nach Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Österreich oder in die Schweiz war Vanessa Danz auch schon in Rumänien, Bosnien oder in der Slowakei. „Alles Länder, in die ich sonst wohl nie gereist wäre“, freut sie sich. Zwar sind das für sie keine reinen Vergnügungsreisen – schließlich fährt sie wegen der Wettkämpfe so weit –, aber wenn sie schon im Land ist, nutzt sie das auch gerne mal aus. Unter anderem stand in Bosnien ein kleiner Ausflug in die Landeshauptstadt Sarajevo auf dem Programm. Ihre bisher weiteste Reise steht aber noch bevor. Mitte November finden in Viña del Mar in Chile die Sixdays, die Mannschafts-Weltmeister- schaften der Endurofahrer, statt.

Auf die Enduro-Wettkämpfe legt Vanessa Danz derzeit ihren Fokus, auch wenn sie betont, dass beide Läufe – Enduro und Motocross – ihren Reiz haben. Viele kennen die Unterschiede nicht. Zunächst ist Vanessa Danz nur im Motocross gestartet. Dann kam 2016 die Anfrage, ob sie an der Deutschen Meisterschaft im Enduro teilnehmen will. „Ich dachte erst, ich mache da mal mit, und das war’s dann. Es hat dann aber so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin“, erklärt die 23-Jährige, der die Begeisterung an ihrem Sport anzusehen ist, lächelnd.

So gut ist Sport für die Psyche

Spaß hat sie auch bei der Arbeit mit dem Nachwuchs. Kürzlich hat sie in Pfungstadt einen Lehrgang geleitet. „Es ist schön, dass es doch so viele Kinder gibt, die sich für die Sportart interessieren“, freut sich die Groß-Zimmernerin, „das macht unheimlich Spaß.“ In Zukunft könnte Danz sich auch vorstellen, als Trainerin zu arbeiten. Ihren C-Schein hat sie bereits, derzeit ist sie am aufbauenden B-Trainerschein dran.

Neben den Wettkämpfen, den damit verbundenen Reisen sowie dem Lernen für die Uni hat Danz auch noch ein ordentliches Trainingsprogramm zu absolvieren. Dafür bekommt sie eigens einen Plan zusammengestellt. Unter anderen gehören Motorradfahren, Radfahren, Laufen, Schwimmen und Krafttraining im Fitnessstudio dazu. Ab und zu nimmt sie auch bei Triathlons teil, allerdings als Training mit Wettkampfcharakter. Auch Tennis und Turnen zählen zu den Sportarten, die sie gerne noch betreibt – wobei meist die Zeit dafür fehlt. Die hat sie oft aber in der Uni. Im sportlich geprägten Studium stehen nämlich unter anderem diese beiden Sportarten auf dem Stundenplan.

Rubriklistenbild: © dpa

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