Trotz emotionsloser Schilderung keine Zweifel an Glaubwürdigkeit

Vergewaltiger zu annähernd vier Jahren Haft verurteilt

Groß-Zimmern -  Am dritten Verhandlungstag des Zimmerner Vergewaltigungsfalls (wir berichteten) verurteilte die 15. Strafkammer des Darmstädter Landgerichts den Angeklagten Michael G. aus Groß-Zimmern zu einer Haftstrafe von drei Jahren und elf Monaten wegen Geiselnahme und Vergewaltigung. Von Dirk Beutel

Dem bereits einschlägig vorbestraften 29-Jährigen wurde vorgeworfen, eine junge Frau aus Reinheim am Neujahrsmorgen 2008 gegen 4 Uhr bedroht und sie in eine Seitenstraße gezogen zu haben. Dort schaffte es der Angeklagte nicht, den Gürtel der Verängstigten zu öffnen. Daraufhin gingen beide in die Wohnung des arbeitslosen Raumausstatters, wo er die Frau vergewaltigte. Michael G. behauptete bis zuletzt, sein Opfer sei ihm freiwillig gefolgt. Bis auf diese wichtige Einzelheit seien sowohl die Angaben des Täters als auch die der Geschädigten nahezu deckungsgleich. Lediglich die emotionslose Darstellung der Reinheimerin sorgte für kurze Zweifel an der Glaubwürdigkeit ihrer Aussagen. Allerdings kam die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer zu dem Schluss, dass dies zwar ungewöhnlich, aber wohl auf die Persönlichkeit der als ruhig und schüchtern geltenden Frau zurück zu führen sei. Die gesamte Aussage des Opfers sei in sich schlüssig gewesen und habe keinerlei Belastungseifer aufgewiesen. In ihrer Urteilsbegründung hob das Gericht Widersprüche in der Zeugenaussage des Angeklagten hervor und stimmte der Staatsanwaltschaft zu. Ob der Verurteilte in Berufung gehen wird, ist nicht bekannt.

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