Verkehrsentwicklungsplan auf Zielgerade

Darmstadt-Dieburg ‐ Landrat Klaus Peter Schellhaas teilt mit, dass nun erste Zwischenergebnisse des Verkehrsentwicklungsplans für den Landkreis vorliegen. Der Kreistag hatte Planungsbüros beauftragt, eine umfassende Bestandsaufnahme vorzunehmen, Umfragen und Modellrechnungen durchzuführen.

Dabei wurden in verschiedenen Planfalluntersuchungen Maßnahmen aus dem vordringlichen und weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes gemeinsam mit zusätzlichen in den Städten und Gemeinden angeregten Maßnahmen modellhaft durchgespielt, um herauszufinden, wie sie sich auf den Verkehrsfluss auswirken.

Zu den gesetzten Maßnahmen, die von Bund und Land als dringlich bewertet werden, zählt die Nordostumgehung in Darmstadt. „Die Ergebnisse belegen eindeutig, dass die Region diese Straße braucht“, berichtet Schellhaas.

Die Planfalluntersuchung habe gezeigt, dass mit dem Bau der Nordostumgehung die Innenstadt von Darmstadt entlastet wird. Gleichzeitig werde das Oberzentrum für Pendlerströme aus Richtung Osten besser erreichbar, da Staus auf der B 26 durch die Nordostumgehung vermieden würden. Zusätzlicher Transitverkehr wird laut Untersuchung durch die Nordostumgehung nicht angezogen.

„Groß-Zimmern spielt in dem Plan eher eine untergeordnete Rolle, zumal die Gemeinde in einem Schreiben vom September 2008 mitteilte, dass die Gemeindevertretung die Planung von Trassen in den Freibereichen der Gemarkung ablehne“, teilte Kreispressesprecher Peter Tränklein auf Anfrage des LA mit.

Hierzu zähle die Gemeinde auch den im Plan dargestellten Untersuchungsbedarf einer möglichen Trassenführung von der L 3114 (Reinheimer Straße) in westlicher Richtung (Anschluss Gundernhausen).

Was im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan untersucht wurde, war ein Anschluss an die B 26 über die Waldstraße. „Das Ergebnis war jedoch, dass diese Maßnahme wenig sinnvoll wäre, da sie lediglich lokale Auswirkungen habe“, so Tränklein.

Mehr könne über Groß-Zimmern nicht gesagt werden, obwohl es aus Sicht der Verkehrsplaner und des Landkreises durchaus Untersuchungsbedarf, gerade bezüglich einer Entlastung der Ortsdurchfahrt, gegeben hätte. „Aber Groß-Zimmern wollte ja nicht“.

Abzuraten sei entsprechend der Untersuchungsergebnisse von einer Westumgehung Dieburgs zwischen der L 3094 und der K 128. Damit wäre keine Entlastung der Ortslage verbunden, jedoch würde sich der Verkehr deutlich von der B 45/B 26 zum verkürzten Netzschluss Nordumgehung-Westumgehung Dieburg verlagern.

Schellhaas erklärt, dass in insgesamt sechs Planfällen noch zahlreiche weitere überlegenswerte Straßenbauprojekte in ihrer Wirksamkeit überprüft wurden.

Die Kommunen werden die Ergebnisse mit ihren lokalen Planungen abgleichen und Stellungnahmen abgeben. Mit einem siebten Planfall wird ein aus Gutachtersicht geeignetes Maßnahmenkonzept für das Straßennetz im Landkreis dargestellt.

Wenn die Stellungnahmen der Kommunen eingegangen sind, werden nach dem letzten Verkehrsentwicklungsforum in der ersten Jahreshälfte 2010 dem Kreistag die Empfehlungen für die Optimierung des Verkehrsnetzes im Landkreis zur Beschlussfassung vorgeschlagen.

Damit liege dann auch eine belastbare verkehrliche Datenbasis vor, die für den Kreis und seine 23 Kommunen, aber auch für Bund und Land bei Verkehrsplanungen eine wichtige Entscheidungshilfe darstelle.

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