Sondersitzungen für Kindergartenplätze

Vernetzte Betreuung

Gerne würde man bei den „Kinderfrei(t)räumen“ die Betreuungszeiten ausweiten. Auch das ist eine Frage der Kosten. Foto: Fritsch

Groß-Zimmern (guf) „Die Probleme von Kindern und Jugendlichen sind oft komplex und übergreifend“, erzählte Jugendpfleger Tom Hicking am Dienstagabend den Mitgliedern des Sozialausschusses im Rathaus.

Um im Notfall möglichst schnell und gut helfen zu können, müssten Ämter, Schulen, Kindergärten, Krankenpflege und natürlich die Familien sowie weitere Einrichtungen enger zusammenarbeiten, erläuterte der Pädagoge an einem aktuellen Fallbeispiel.

„Vernetzte Betreuung“ lautete das einprägsam stetig wiederkehrende Zauberwort. Deshalb habe man bei den Konferenzen möglichst viele mit ins Boot geholt. Das gut 20 Seiten umfassende „Konzept zur Weiterentwicklung der Betreuungsangebote in Groß-Zimmern“ (wir haben berichtet) soll der Gemeindevertretung als Grundlage dienen und „im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten“ umgesetzt werden, so das Anliegen der Beteiligten. Dem stimmten auch die Mitglieder des Planungsausschusses am Montag auch gerne zu.

Schwierig wird dies allerdings, wenn es an die Umsetzung geht, wurde beim nächsten Tagesordnungspunkt klar, in dem es um die Verbesserung der Betreuung von Kindern unter drei Jahren ging. „Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass ab August 2013 für alle unter-Dreijährigen (U3) ein Betreuungsplatz vorhanden sein muss“, erläuterte Bürgermeister Achim Grimm den Beschlussvorschlag des Gemeindevorstandes, auf dem Festplatz eine viergruppige Kindertagesstätte für diese Altersgruppe zu errichten. Der Vorschlag sei jedoch eher als Diskussionsgrundlage zu verstehen, zunächst sollten noch weitere Lösungsvorschläge erörtert werden. Zu komplex sei vorerst die Sachlage und zudem werde es sehr viel Geld kosten, so Grimm. Das spezielle Problem in Groß-Zimmern ist nicht nur die Schaffung von demnach rechnerisch rund 90 neuen U3-Plätzen. Hier fehlen zudem fast 50 Plätze für zwei Gruppen über-Dreijähriger (Ü3), die bereits jetzt einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben.

Als Übergangslösung hat man sich kürzlich auf einen Containerbau am Klein-Zimmerner Kindergarten Blumenstraße geeinigt. Doch langfristig muss auch für diese Kinder Raum, Konzept und Personal gefunden werden.

Den Vorschlag einiger Mitglieder des PU, im Fachausschuss für Soziales intensiv in den kommenden Wochen zum Thema zu tagen, stimmten die Mitglieder beider Ausschüsse zu. Zwar äußerten einige Oppositionspolitiker Kritik an der Arbeit des Gemeindevorstandes und der Verwaltung, die schon im letzten Jahr mit der Ausarbeitung von Lösungsvorschlägen beauftragt worden seien, erhielten jedoch vom Bürgermeister die Antwort: „Mehr war in der Kürze der Zeit und bei der derzeitigen personellen Auslastung nicht leistbar.“ Grimm erklärte zudem, er werde die im Kreistag vertretenen Zimmerner Fraktionssprecher sowie Landrat Klaus Peter Schellhaas und Schuldezernenten Christel Fleischmann bitten, sich im Anschluss an die Kreistagssitzung am Montag, 19. September, zusammen zu setzen, um über Ankauf und Nutzung des alten Friedens-schulgebäudes in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 zu beraten. Wenn der Kreis das Schulhaus wie geplant von der Gemeinde erwirbt, um dort Räume für die Pädagogische Mittagsbetreuung und die Ganztagsschule einzurichten, könnte an der Friedensschule auch ein zweigruppiger Kindergarten untergebracht werden. „Wir wollen das Gebäude für die Ganztagsnutzung erwerben und der Gemeinde auch gerne bei der Schaffung von Kindergartenplätzen helfen“, erklärte Fleischmann gestern auf Nachfrage des LA. Ein entsprechendes Raumprogramm liege seit August vor.

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