Im Prinzip geeinigt / Kommunalpolitiker diskutieren personelle Besetzung des Kindergartenausschusses

Vertrag zwischen AWO und Gemeinde

Groß-Zimmern - Ein Träger für die neue, sechszügige Kindertagesstätte auf dem Festplatz ist gefunden. Von Ursula Friedrich

Für 2,2 Millionen Euro will die Kommune nahe dem Jugendzentrum bauen, um das Kontingent an Kitaplätzen aufzustocken und ab dem Sommer 2013 ein serviceorientiertes Betreuungsangebot bereits für Windelträger einzurichten.

Dennoch gelang es in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses (SSK) nicht, den Vertrag mit der Arbeiterwohlfahrt Roßdorf (AWO) fest zu klopfen.

Unstrittig ist, dass „AWO family“ den Betrieb der Kita in der Angelgartenstraße ab August stemmen wird. Vier Gruppen für Kinder unter drei Jahren und zwei für über Dreijährige sollen dem Bedarf an Kitaplätzen in der Gemeinde entgegen kommen.

„Mit Groß-Zimmern haben wir den modernsten Betreibervertrag ausgehandelt“, sagte AWO-Geschäftsführer Markus Hennemann. Die Gesellschafterversammlung habe dem Vertragswerk, das zunächst für fünfzehn Jahre abgeschlossen werden soll, bereits zugestimmt. Nicht so der SSK.

Crux ist die personelle Besetzung des Kindergartenausschusses, der mehrmals jährlich über die inhaltliche Ausrichtung der Betreuungseinrichtung abstimmen soll.

Im Vertragsentwurf ist eine stärkere Gewichtung seitens des Trägers vorgesehen, während die Kommune lediglich mit Bürgermeister Achim Grimm und einem weiteren Gemeindevertreter stimmberechtigt wäre. In einem Änderungsantrag fordert die SPD, die Stimmen der Gemeinde auf mindestens drei aufzustocken, während das pädagogische Personal in dem Gremium nur beratende Funktion haben soll.

Janek Gola (FFA) plädierte dafür, einen Repräsentanten der Gemeindevertretung mit in den Kindertagesstättenausschuss zu wählen. Grünenvertreterin Marianne Streicher-Eickhoff wünscht sich kompetente Verstärkung eines Fachmannes aus der Verwaltung.

Ob dieses Modul des Vertrages bis zum Wunschtermin, der Gemeindevertretersitzung am kommenden Dienstag, zur Zufriedenheit von Gemeinde und künftigem Träger ausgehandelt werden kann, bleibt ungewiss.

„Das wird spannend“, sagte Hennemann, denn die AWO-Gesellschafterversammlung müsse dem erneut zustimmen. Zum Thema Kindergartengebühren sagte er, hier gelte die übliche Satzung der Gemeinde.

Da die Kommune eine derart ausgedehnten Service wie künftig in der Kita am Festplatz bislang nicht anbietet, müssen erst entsprechende Gebührensätze ausgehandelt werden, so der SSK-Vorsitzende Markus Geßner (CDU).

Grundsätzlich hatte Bürgermeister Achim Grimm bereits im Vorjahr erklärt, dass zur Finanzierung der kostenintensiven Kinderbetreuung in der Gemeinde auch Gebührenanhebungen kein Tabu mehr seien.

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