Viel Leid bleibt unentdeckt

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Pfarrer Christian Rauch am Palmsonntag.

Groß-Zimmern - die Osterbetrachtung von Pfarrer Christian Rauch:  Wir gehen mit großen Schritten dem Hohen Osterfest entgegen, welches für uns Christen das wichtigste Fest im Jahr ist. Eröffnet wurde die Heilige Woche mit dem ökumenischen Gottesdienst am Palmsonntag auf dem Rathausplatz. Mir war es wichtig, ein deutliches Zeichen zu setzen, dass wir gemeinsam das Zentrum unseres Glaubens feiern: die Hingabe Jesu, die uns zeigen soll, wie sehr Gott die Welt geliebt hat.

Dabei gehen meine Gedanken zu den Menschen hin, die in schlechteren Situationen leben. In vielen Ländern leben Christen in Verfolgung oder in Missachtung, ganz besonders im Irak und im Heiligen Land. Gerade in unseren Tagen erleben wir, dass die Kirche am Pranger steht. Die Medien verfolgen vor allem die katholische Kirche. Nicht zu leugnende Fehltritte, die nicht vorkommen und versteckt werden dürfen, werden oft in wenig objektiver Weise dargestellt. Von daher ist unser Zeugnis in der Öffentlichkeit noch mehr von Bedeutung.

Wenn Sie zu diesem Thema Fragen haben oder Rat suchen, bitte ich Sie, auf mich zu zukommen. Auch im Leiden Christi zeigt sich, dass die Menge Gefallen hat an der Bloßstellung und Entwürdigung des Einzelnen.

Christus spürt die Wunden der Gesellschaft am eigenen Leib. In dieses Schicksal ist die Kirche als sein Leib bis auf den heutigen Tag mit hinein genommen. Wir spüren die „wunden Punkte“ unserer Gesellschaft in dem, was an der Kirche sichtbar wird.

„Lumen Christi – Deo gratias!“

Bedauerlicherweise findet Kindesmissbrauch auch in viel größerer Zahl in anderen Bereichen statt, der bisher nicht oder nur vereinzelt aufgedeckt wird.

Wie viel Leid bleibt unentdeckt! Jesus Christus hat alle Sünden und Krankheiten auf das Holz des Kreuzes getragen und dort in seinem Sterben ein für alle mal Gott dargebracht. Alles Leid, alles Entsetzen und alle Trauer ist mit Christus begraben worden. Wenn ich nun die neue Osterkerze entzünde, wird mir bewusst, dass ich all das in einem anderen Licht, im österlichen Licht sehen darf: das Leid und die Wunden der Menschen, ja meine eigenen Verwundungen, werden ins österliche Licht gerückt, was mir sagt: Christus lebt, er lebt in mir und er wird mich und alle Menschen, die an ihn glauben retten, das heißt, er wird ihr leidvolles Leben in ewige Freude tauchen. „Lumen Christi – Deo gratias!“

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen und all Ihren Verwandten ein frohes und gesegnetes Osterfest. Feiern Sie die Gottesdienste der Ostertage mit offenem Herzen und lassen Sie sich beschenken vom Reichtum unseres Glaubens.

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