Viel Spaß -„Sempre“ mit kleinen Pannen

Groß-Zimmern ‐ „Sempre, sempre“ erklingen die Stimmen der drei Tenöre Sascha Löffler, Hasi (Dirk Heimburger) und Bürgermeister Achim Grimm. Vorbei ist die Pause und im vollen Saal geht es bei Superstimmung weiter. Nur, der italienische Text ist nicht so ganz einfach. Topsänger Hasi summt das Lied und Bürgermeister Grimm ist bemüht, den Text am Boden abzulesen. Doch eben diese kleinen Ungereimtheiten sind es, die eine Live-Show wie die Pfarrfastnacht so gelungen und liebenswert machen - und zudem können dabei die Akteure ihre Stegreif-Reife zeigen. Von Gudrun Fritsch

Ohne Pannen aber mit Pauken und Trompeten verläuft der Einsatz des Kirchenchors, dessen Sänger als „Vielharmoniker“ mit einfallsreichen Instrumenten wie Kleiderbügeln, Fahrradpumpen oder Topfdeckeln zum Konzert erscheinen. Hervorragend und mit sehr viel Pathos inszeniert die älteste Fastnachtstruppe ihr Orchesterbeitrag. Mit etlichen Pannen hat dann das Team um Manfred Göbel zu kämpfen. Doch auch hier gilt: Die Herausforderung gibt dem Auftritt erst den rechten Schliff. Im Urlaub hängen geblieben war Dieter Emig, Georg-Heinz Geier übernimmt kurzerhand auch seinen Part.

Das Familienleben der Zimmerner hat sich das MG-Team diesmal vorgenommen, eine Idylle in der man „die Soie Soie soi“ lässt. Doch schon mit der Behauptung: „Zumal mer Zimmner in alle Welte als die beste Ehemänner gelte“, scheint die Technik nicht einverstanden. Ob das laute Pupsen und Grunzen gewollt aus den Lautsprechern ertönt oder sich pannenmäßig Gehör verschafft, bleibt unklar. Kein Problem jedoch für die fitten Darsteller. Gabi Geier und Thomas Beutel, die streitend am Küchentisch Familienglück spielen, wollen es mit Partnertausch versuchen. Erklärend greift Göbel ein: „Das ist, wann sich oaner statt mit soiner mit ner annern un die sich mit oam statt mit ehrm mit dem annern, oder rimgedreht: Wann sich oa statt mir ehrm mit em annern und der sich statt mit soiner mit der annern trifft.“ - Alle Klarheiten beseitigt!

Zimmerner und Dieburger teilen sich mehr als einen Thomas

Dem rhythmischen „Da-da-da“, der Ottos folgt das im LA inserierte Treffen der Paare „am Brickelsche“. Doch oh schreck - als Tauschpartner erscheinen der Dieburger Gunkes (Thomas Buchert) und seine Bawett (Juliane Kempf). „Wen wollt ehr dann sunst treffe, wann ehr im Bläädsche sucht?“ kommentiert Göbel das Entsetzen der Paare. Und wieder streikt die Technik. Fast unbemerkt macht sich Otto Sorrentino unter Gabi Geiers Rock zu schaffen und löst das Problem. „Die Headphones lagen auf der gleichen Frequenz“, erklärt er später die Lösung Panne. Wer wissen will, wie verbändelt Dieburger und Zimmerner nicht nur beim Partnertausch sind, der kann am Freitag zum FSV-Kappenabend gehen. So viel sei gesagt: Sie teilen sich mehr als einen Thomas!

Anschließend erobern die Kirchenmäuse die Bühne. Mit einem tänzerisch-bewegten A-Kapella-Potpourri zeigen die Hupdohlen ihr Können und spielen zur Mäusetraung wunderbar aufeinander abgestimmt den Hochzeitsmarsch auf Pfeifen der alten Orgel.

Als letztet in der Bütt steht Elfriede Burger. In Begleitung tanzender Jugendlicher beschreibt die Mexico-Urlauberin ihr Ski-Abenteuer. Vor dem krönenden Abschluss aller Akteure zeigt die Garde ein weiteres Mal ihr Können.

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