Wie viele Brote habt ihr?

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Zwischen den Gottesdienstbesucherinnen bewegten sich die Frauen beim ökumenischen Weltgebetstag.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Chile war das Land des diesjährigen Weltgebetstages. Es ging aber neben dem lateinamerikanischen Land auch um die Verteilung des Reichtums in der Welt. Und den stellten die Frauen des ökumenischen Gottesdienstes kürzlich in der evangelischen Kirche anhand der Frage „Wie viele Brote habt ihr?“ ganz plastisch dar.

Monika Roth kann die Brötchen kaum fassen.

„Ich brauche eine Frau für Nordamerika und drei Menschen für Südamerika“, forderte Cordula Habenicht die Gottesdienstbesucher, im Wesentlichen Frauen, zum „Mitspielen“ auf. Die Anzahl der Personen spiegelte den Anteil eines Erdteils an der Weltbevölkerung wieder. Die meisten Menschen leben in Asien, für diesen Kontinent standen also 19 Personen auf.
Ungleich, wie die Verteilung der Weltbevölkerung auf den Erdteilen, ist auch die Verteilung der Nahrungsmittel. Symbolisch für die benötigte Essensmenge pro Tag steht ein Brötchen. So konnte Monika Roth, die für Nordamerika stand, die Masse von zehn Brötchen, die jedem Nordamerikaner täglich zur Verfügung steht, kaum fassen. Betrübt ob des Mangels schauten die drei Konfirmanden, die Südamerika vertraten, auf das einzige Brötchen, das sie am Tag satt machen soll, wohlgemerkt ein Brötchen für alle drei Personen. Ebenso knapp müssen sich die asiatischen Menschen ernähren. Auch sie erhalten jeder nur ein Drittel Brötchen pro Tag.

Mehr Bioprodukte - weniger Fleisch

Neben dieser eindrucksvollen Vorstellung konnten die Gottesdienstbesucherinnen auch viel über Chile erfahren. Sie hörten einiges über das schwere Leben einer Saisonarbeiterin in einer Obstplantage, die sich an früher erinnerte. Da gehörte den Menschen das Land, vom Anbau des Getreides und der Feldfrüchte konnten sie leben. Nach der Enteignung mussten sich die Arbeiterinnen zu wesentlich schlechteren Bedingungen in den großen Plantagen verdingen. Unterstrichen wurden zahlreiche Beispiele, die die Zimmerner Frauen in wechselnden Rollen vortrugen, durch Fotos aus Chile, die die Menschen, aber auch die Schönheit des Landes zeigten.

Es blieb aber nicht nur beim Aufzeigen der schlechten Lebensbedingungen der meisten Menschen in dem südamerikanischen Land. „Was kann ich tun?“, fragte Gisela Blome und hatte auch gleich mehrere Hilfsmaßnahmen parat. Zum Beispiel: mehr Bioprodukte kaufen, denn auch in Chile werden nicht nur die Anbauprodukte aus der Luft chemisch behandelt, sondern die Arbeiterinnen in den Plantagen gleich mit. Ebenso mehr Saisonales und Regionales essen, das muss nicht angekarrt werden, oder weniger Fleisch essen, „denn, wären wir alle Vegetarier, stünden jedes Jahr 500 Millionen Tonnen Getreide mehr zur Verfügung.“

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