Viele Hinterlassenschaften und eine Maus

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Gut gerüstet für den Hausputz im Wald sind Pfadfinder und NABU-Mitglieder.

Groß-Zimmern (bea) ‐ „Wessen Spur ist das?“, fragt Dr. Lothar Jacob, der Vorsitzende des NABU Groß-Zimmern, zwei seiner jungen Mitwanderer. „Ein Hund“, erkennt ganz richtig der neunjährige Hendrik.

Nicht nur Vogelnester können die Pfadfinder bei dieser Nistkastenreinigungstour des NABU sehen, sondern auch Spuren im Schnee. Hauptaufgabe ist natürlich die Reinigung der Vogelbehausungen, aber Jacob lenkt den Blick der Jugendlichen auch auf andere Themen.

Für die Tiere war dieser Winter nicht zu kalt“, erklärt der Biologe. Rehe, Wildschweine und Eichhörnchen hätten noch genug Nahrung gefunden. Die Schneedecke war zwar ungewöhnlich hoch und lang andauernd, aber die Tiere kämen damit durchaus zurecht. Allerdings hatte Jacob auch Heuballen im Wald beobachtet, die vermutlich von Jägern abgelegt wurden.

Gersprenz war nicht zugefroren

Auch um den Eisvogel macht sich Jacob bis jetzt noch keine großen Sorgen. Der kommt nämlich mit strengen Wintern gar nicht so gut zurecht wie sein Name vermuten lässt. Die kleinen blau glitzernden Flugkünstler benötigen offene Gewässer, da sie sich im Wesentlichen von Fischen und Wasserinsekten ernähren. „Aber auch während der strengsten Frosttage dieses Winters war die Gersprenz nicht zugefroren“, erklärt der Vorsitzende.

Jetzt geht es allerdings erst mal um die Nistkästen. In 55 von insgesamt 110 dieser Behausungen hatten Kohl- und Blaumeisen ihre Jungen großgezogen. Fünf Kästen hatte der Kleiber belegt (2008 waren es neun), in acht wird anhand der Überreste der Trauerschnäpper vermutet. Gleich im ersten Nistkasten entdecken die Pfadfinder, die in diesem Jahr zahlreich vertreten sind, eine lebende Maus, ein Wespen- und fünf Hornissennester finden die Saubermacher ebenfalls. 27 der Nisthilfen blieben im letzten Jahr unbewohnt, 2008 waren es nur sechs.

Zwei Nistkästen im heimischen Garten

Isabelle (9) ist das erste Mal dabei. „Mir macht es Spaß in der Natur zu sein“, sagt die Schülerin. Sie hat ihre Freundin Etienne Heil mitgebracht. Der zehnjährige Paul erklimmt die Leiter mit Atemschutzmaske: „Wegen des Asthmas“, erklärt er. Paul hat zwei Nistkästen im heimischen Garten, die hat er mit seinem Vater in der Waldschule gebaut.

Neue Nistkästen hängen die Pfadfinder und NABU-Mitglieder vorerst nicht im Wald auf. Dafür wird es in so manchem Garten nach diesem Wochenende einige Behausungen mehr geben. Zum nachtmittäglichen Nistkastenbau in der Waldschule haben sich einige Teilnehmer angemeldet. Drei neue Kästen wird es im Frühjahr am Seniorenpflegeheim geben. „Die haben wir den Bewohnern nämlich versprochen“, sagt Jacob.

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