Viele Hirten und Spatzen

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Zahlreiche „Kirchenspatzen“ sangen beim Krippenspiel an Heiligabend.

Groß-Zimmern ‐ Als Pfarrer Christian Rauch sieht, dass kurz vor dem Krippenspiel allzu viele Eltern den Fotoapparat zücken, fällt sein Hinweis direkt und treffend aus: „Diese Geschichte soll die Herzen öffnen und nicht die Linsen“. Daraufhin konzentrieren sich fast alle Eltern auf das Stück, anstatt den besten Bildausschnitt zu suchen. Von Michael Just

Die Familienkrippenfeier an Heiligabend in der katholischen Kirche bleibt so von allzu viel Blitzlicht verschont. Noch vor deren offiziellem Beginn hatten Monika Halbig und Sandra Ihring die Besucher gesanglich auf die frohe Botschaft eingestimmt. In seiner Begrüßung geht Rauch gleich auf das Engagement der Kinder ein: „Mit dem Einüben der Heiligen Handlung habt Ihr großes auf die Beine gestellt“, lobt er.

Impressionen von den Krippenspielen in Zimmern

Krippenspiele in Zimmern

Unterstützt werden die jungen Akteuren, die seit November proben, von den „Kirchenspatzen“: In weißer Kluft und mit einem Stirnband, das ein großer goldener Stern ziert, treten sie zum Lobgesang an. Gemeindereferentin Jutta Moka unterstützt als Erzählerin die Weihnachtsgeschichte: Zur Geburt Christi fügt sie viel Erklärendes an oder gibt Antworten auf Fragen, die mit der Nacht der Nächte verbunden sind. Erstaunlich ist die große Zahl an Darstellern: Gleich zu Beginn des Stücks nimmt ein gutes Dutzend Mädchen mit Kopftüchern den Befehl des Boten entgegen, sich zur Volkszählung aufzumachen. Nicht gerade klein ist auch die Hirtenschar, darunter ein als Schäfchen verkleidet Mädchen. Sie hat einen schwarzen Fleck auf der Nase und ein besonders dickes, flauschiges Fell umhängen. „Was wollt ihr so spät in der Nacht? Wir haben nichts frei!“ lauten kurz danach die abweisenden Worte, als Maria und Josef bei einer Herberge um Einlass bitten. Das „Habt doch Erbarmen!“ verhallt ungehört. Mit einfachen Ideen gelingt es den Akteuren immer wieder, große Wirkung zu erzielen: Die erhobenen Armen zweier Mütter bilden einen menschlichen Torbogen, der die Eingangstür zur Herberge symbolisiert.

Die Verkündung der frohen Botschaft übernimmt ein Mädchen, das auf einem Stuhl hinter dem Altar steht. Erhöht und hell beleuchtet befindet sie sich in der Engelsrolle genau da, wo sonst die Wandlung des Leibes Christi stattfindet. Während des Krippenspiels wird immer wieder gesungen: Mal erheben die Kirchenspatzen alleine ihre Stimmen, dann alle Besucher zusammen. Nach dem Weihnachtsstück bringen die Kinder ihr ganz persönliches Geschenk dem Jesuskind dar. Während des Liedes „Ihr Kinderlein kommet“, spendet jeder das, was er von seinem Taschengeld für Kinder in der Dritten Welt abgeben kann. Als Dankeschön gibt es einen Anhänger in Form eines roten Herzens.

Zum Schluss gilt der Dank von Pfarrer Rauch allen Eltern und Kindern, die im zurückliegenden Jahr „treu und sorgfältig“ die Familiengottesdienste mitgestalteten und auf diese Weise für eine lebendige Pfarrei sorgten. Als das letzte Lied mit „O du fröhliche“ angestimmt wird, leuchten vor allem die Kinderaugen: Sie wissen, dass es jetzt nicht mehr lange dauert bis zur Bescherung.

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