Gemeinsame Aktion aller Fraktionen kommt bei Parteivertretern sehr gut an, nur die Bürger fehlen

Viele Politiker, aber nur wenige Wähler

Außer den Politikern waren fast keine Menschen auf dem roten Platz. Der entsprach am Samstag nämlich seinem Spitznamen „toter Platz“.   J Fotos: Fritsch/sr

Groß-Zimmern J Gut gemeint war die Wahlveranstaltung am Samstag. Alle Parteien im Zimmerner Parlament hatten eingeladen. Gemeinsam wollten sie im Einsatz für die Demokratie Wähler mobilisieren und vor dem Rathaus mit ihnen ins Gespräch kommen. . Von Gudrun Fritsch

Leider hatten sie die Rechnung ohne die Bürger gemacht, denn die ließen sich nur sehr vereinzelt blicken. Rote, Grüne, Gelbe, Blaue und Schwarze hatten aufgeboten, was es an Prominenz gibt. Fast alle Parteien waren sowohl mit ihren Landtags als auch Bundestagskandidaten für die Wahl am 22. September vor Ort und warben gut ausgestattet mit Stiften, Luftballons und Flyern für ihre Ziele.

Bunt war der Rathausplatz und die Anordnung der politischen Stände bot Raum für Speklulationen: die FDP etwas abseits direkt vor dem Rathaus, links davon die Grünen. Die SPD hatte den Eingang zum Platz besetzt, ihr gegenüber die Freien Wähler und direkt daneben die CDU, die mit dem Kuchenstand und vielen Wespen die wohl stechendsten Argumente hatte. Zudem machten sich die Christdemokraten mit einem Infotisch zwischen Rot-Grün breit. Aber respektvoll wahrten die Parteien großen Abstand untereinander, so dass sich die Farben nicht mischten.

Nachdem der lautstarke Auftritt des „Trommeldonner“ der Albert-Schweitzer-Schule verklungen war und die Vorsitzende der Gemeindevertretung Katharina Geibel begrüßt und unbedingt zum Wahlgang aufgerufen hatte, setzte jedoch eine Art Platzflucht ein. Weder laute Musik noch Kaffee und Kuchen, die Spenden zu Gunsten der neuen Kita brachten, vermochten das Volk zu locken. Dennoch betonten alle Politiker einvernehmlich, dass sie diese Art der Wahlwerbung eigentlich für sehr gut halten. Vielleicht müsse man früher auf die Bürger zugehen und parallel zu den Tischen andere Aktionen wie etwa eine Kinderhüpfburg oder einen Markt anbieten, lauteten Ideenvorschläge. Sogar ein Piraten war mit von der Partie, obwohl die Partei in Zimmern bisher nicht vertreten ist.

An Diskussionsthemen fehlte es den Anwesenden nicht. Gesprächsstoff boten unter anderem der Stinkefinger des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, die Wahl in Bayern und natürlich in Groß-Zimmern der angekündigte Rücktritt Geibels sowie Spekulationen über die mögliche Nachfolge.

Nach dem Mittagsschlaf besuchten dann doch einige Bürger ohne Mandat den Roten Platz. Ein Pfarrer, der namentlich nicht genannt werden wollte, informierte sich an allen Ständen, Christel Herbert und Roland Buchert gesellten sich mit anderen an den „Veteranentisch“ unterm Dach der Mehrzweckhalle.

Ein gutes Dutzend Wähler insgesamt, für Großaufgebot an Politikern.

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