Stefan Fröhlich: Jäger, Naturschützer und SPD-Vorsitzender

„Viele schimpfen, aber nur wenige tun etwas“

Stefan und Verena Fröhlich mit dem Irish Setter Portos.

Groß-Zimmern - (guf) „Mit dem Kampf für ein Jugendzentrum fing es an“, berichtet Stefan Fröhlich, nach seinem politischen Engagement befragt. Seit Mai ist der 42-Jährige Groß-Zimmerner Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, demnächst steht mit der Partei die Klausur an, doch: „Wir haben keinen Haushalt, und den wollen wir eigentlich beraten“, kritisiert er das Fehlen von Unterlagen.

Aufgewachsen ist Fröhlich in der Frankfurter Straße. Das Elternhaus hat er umgebaut und wohnt dort mit Ehefrau Vera (37) und dem sechsjährigen Irish Setter Portos. Voraussichtlich im November wird Töchterchen Helena zur Welt kommen, die Fröhlichs sind guter Hoffnung.

Nach der Schule hat der heutige Bankkaufmann zunächst Maurer und Schreiner gelernt. „Mein Schwiegervater, Roland Buchert, war damals Prüfer beim Fachabi“, erzählt er schmunzelnd.

Der Naturmensch ist freiheitsliebend, das gilt für Aktivitäten an der frischen Luft ebenso wie für die geistige Freiheit. Schon als Kind war er bei den Anglern, züchtete Hühner und war ein Hundenarr. Über den Vater und Walter Angermeier kam er zur Jagd und war eine Zeitlang Hegeringleiter im Altkreis Dieburg. Er liebt die Natur und kam bald über Georg Held zur NABU-Ortsgruppe. Ähnlich wie bei zahllosen anderen Vereinen war er auch hier eine Zeit im Vorstand, denn: „Wenn ich gebraucht werde, sage ich nicht nein“, erklärt der eher zurückhaltende Sozialdemokrat, der seine erste große Rede als Kerbvadder 1986 hielt. Fröhlich: „Ich mag es nicht, wenn alles 28-mal gesagt wird“.

„Nach den Ansätzen für ein Jugendzentrum im Glöckelchen gab es nichts mehr“, berichtet Fröhlich rückblickend. Mit Karl Rupp und Karl Daab hat er sich damals unter anderem in Griesheim die Jugendarbeit im Bahnhof angeschaut. Er schätzt die Souveränität und Kompetenz eines Helmut Schmidt und trat 1989 der SPD bei, denn: „Viele schimpfen, aber nur wenige tun etwas. Und ich will etwas bewegen.“

Eine Zeit lang war er Vorsitzender der Groß-Zimmerner Jusos und ist seit der Kommunalwahl 1993 durchgehend Gemeindevertreter. „Später stand ich auf einem hinteren Platz, irgendwo um die 30, wurde jedoch von den Wählern auf Platz sieben kumuliert“, berichtet er.

Im Parteivorstand war er lange Beisitzer. Da sein Vorgänger Ralf Oesswein durch viele Ämter sehr belastet ist und er angesprochen wurde, hat er den Vorsitz übernommen. „Ich will, dass die Leute auch Spaß an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit haben.“ Hierfür bedürfe es neuer Ideen, er möchte Feste neu beleben. „Werde nicht verbohrt und pflege auch überparteilich deine Freundschaften“, habe sein Vater (ebenfalls SPD) ihm hinsichtlich seines politischen Engagements geraten. „Und er hat recht“, meint Fröhlich. Auch er ist kein Freund von Lobbyismus, sondern setzt sich lieber Sachbezogen in den Vereinen ein, denn „Ausschüsse haben wir ja schon in der Kommunalpolitik“. Hier gehört er dem Planungs und Umweltausschuss an. Als Bankkaufmann, er arbeitet bei der Volksbank in Gundernhausen, kennt er sich auch mit Finanzen aus - und die sind in der Gemeinde sein großes Sorgenkind. „Die CDU muss sich um neue Mehrheiten bemühen. Für uns hängt eine Zusammenarbeit von den Inhalten ab.“

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