Ehrungen zum elften internationalen Weltblutspendetag beim Roten Kreuz

Viola Schönig reist nach Berlin

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Viola Schönig, hier am Arbeitsplatz, reist als Repräsentantin ehrenamtlicher Blutspender und Helfer nach Berlin.

Gross-Zimmern - Heute werden 65 Blutspender und ehrenamtliche Helfer rund um das Blutspendewesen in einem Festakt im Berliner Schloss Charlottenburg geehrt. Von Ursula Friedrich 

Anlass ist der elfte Internationale Weltblutspendetag, an dem auch das Deutsche Rote Kreuz seinen Spendern und Helfern Dank sagen möchte. Sechs Ehrengästen reisen aus Hessen an, darunter Viola Schönig aus Groß-Zimmern.  „Viola ist nicht nur Spenderin, sondern engagiert sich auch ehrenamtlich seit Jahren im DRK“, sagte Bettina Gibson-Altmann, Vorsitzende des Groß-Zimmerner DRK-Ortsverbands, die im Vorjahr ebenfalls ausgezeichnet wurde. Viola Schönig engagiert sich auf breiter Ebene für die Gesundheit ihrer Mitmenschen. Sie ist als Sanitäterin und Voraushelferin, sowie im Katastrophenschutz seit 2004 im DRK-Ortsverband aktiv und seit längerem im DRK-Kreisverband. „Unsere ganze Familie ist im Roten Kreuz“, berichtet die dreifache Mutter zufrieden.

Das Bluspenden ist für sie allerdings kein leichter Gang. „Ich habe eine panische Angst vor Nadeln“, gesteht sie, „wenn ich komme lachen schon immer alle, weil mir jemand die Hand halten muss.“ Dennoch ist sie treu bei Spendeterminen auf der Liege, und lässt sich einen halben Liter des Lebenssaftes abzwacken. So wie sie kommen jährlich gut 1,9 Millionen Bundesbürger zu den Terminen des DRK-Blutspendedienstes, um Blut zu spenden. Täglich werden in Deutschland 15.000 Blutkonserven benötigt, 75 Millionen Spenden weltweit.

Bis zu drei Schwerkranke oder Verletzte

Mit einer Blutspende kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten geholfen werden. Viele Patienten verdanken ihr Leben fremden Menschen, die ihr Blut uneigennützig spenden. Neben Unfallopfern und Patienten mit Organtransplantationen sind vor allem Krebspatienten auf Blutpräparate angewiesen, selbst ungeborenen Kindern im Mutterleib konnte so das Leben gerettet werden und schwerste Schädigungen vermieden. „Auch für den Spender hat die Gabe einen guten Nebeneffekt“, wirbt Schönig, „das Blut wird regelmäßig auf Keime und Krankheiten untersucht.“ Das Datum der Weltblutspendertags ist nicht zufällig gewählt: Am 14. Juni 1868 wurde Karl Landsteiner geboren, einer der bedeutendsten Mediziner der Welt, der 1930 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Er entdeckte das A-B-Null-System der Blutgruppen, welches die menschlichen roten Blutkörperchen in die verschiedenen Antigen-Eigenschaften A, B und Null sortiert. Landsteiner erkannte, dass die Bluttransfusion zwischen Personen der gleichen Gruppe nicht zur Zerstörung der Blutzellen führt, wohl aber zwischen Personen verschiedener Blutgruppen. 1907 wurde die erste erfolgreiche, auf seinen Arbeiten basierende Bluttransfusion durchgeführt. In Deutschland wurden allein im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Vollblutspenden entnommen.

Die sechs Blutspendedienste des DRK decken auf der Grundlage freiwilliger und unentgeltlicher Blutspenden knapp 75 Prozent der Blutversorgung in Deutschland ab. Zu 43 000 Blutspendeterminen ruft das DRK auch 2014 auf. Die 65 Ehrengäste, die neben der Feier im Schloss Charlottenburg ein umfangreiches Rahmenprogramm erwartet, gaben insgesamt 3 142 Liter ihres Blutes ab.

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