Vögel in guter Stimmung

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Der Nieselregen am Sonntagmorgen stört die Vogelstimmenwanderer nicht. Im Gegenteil, bei dieser Witterung sind die kleinen Sänger aktiver.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Wenn die Vogelschützer mit Ferngläsern in den Wald ziehen und die Ohren spitzen, dann heißt das: der Frühling ist bald da. Allerdings gab es schon Jahre, in denen die Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung mehr Vögel hören und sehen konnten.

Mit 13 verschiedenen Arten gab das zweitschwächste Ergebnis seit 2005. Bei den vom NABU gesichteten Vögeln waren Amsel, Buchfink, Buntspecht, Eichelhäher und Erlenzeisig. Bis auf Letzteren alte Bekannte im Zimmerner Forst. Nicht so häufig wurde die Misteldrossel gesichtet, die in diesem Jahr dabei war. Am Sonntagmorgen trafen sich rund 20 Naturfreunde, um die Frühjahrsboten zu hören und zu identifizieren. Die Reihen des NABU selbst waren krankheitsbedingt sehr gelichtet. Glücklicherweise war der Groß-Umstädter Vogelexperte Franz Peter fit. Er führte die Wanderung und wusste nicht nur auf die kleinen Sänger aufmerksam zu machen, sondern auch viel Wissenswertes über die einheimische Vogelwelt zu berichten.

„Vögel singen nicht zum Ergötzen der Menschen, sondern um ihr Revier zu verteidigen“, erklärte er eingangs. Die Übersetzung der melodischen Klänge lieferte Peter gleich mit: „Hier wohne ich, ein Männchen von der gleichen Sorte hat hier nichts zu suchen!“ Es singen nämlich nur die Männchen, die Weibchen sind mit dem Ausbrüten der Eier beschäftigt.

Winterfütterung ist in unseren Breitennicht nötig

Auch dabei gibt es riesige Unterschiede, wie die Teilnehmer der Wanderung erfuhren. Höhlenbrüter legen viel mehr Eier als Brüter in einem offenen Nest. Bis zu 16 Junge wurden n bei einem Blaumeisenpärchen gefunden. Die Überlebensrate der Jungen ist aber bei allen Arten relativ gleich. Durchschnittlich erreichen nur zwei das „Erwachsenenalter“.

„Wie alt werden Vögel eigentlich?“, wollte eine Teilnehmerin wissen. Vielschichtig auch hier die Antwort des Experten. Meist drei bis fünf Jahre. Allerdings könnten Wildvögel in Gefangenschaft auch doppelt so alt werden, da die Feinde fehlen und Nahrung immer reichlich vorhanden ist.

Allerdings finde ein gesunder Vogel auch in der freien Wildbahn in der Regel genug zu essen. „Die Winterfütterung bräuchten wir in unseren Breiten nicht“, erklärte Peter.

Eigentlich wäre es sinnvoller, das Geld für den Ankauf von Flächen zu verwenden, die dann nur dem Natur- und Umweltschutz zur Verfügung stehen könnten. „Aber ich füttere auch“, gestand Peter. „Ich will die kleinen Sänger einfach auch besser sehen.“

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