Vögel in der Luft und im Ohr

+
Gehört haben die Vogelstimmenwanderer den Storch zwar nicht, aber sie wurden mit einer prächtigen Schau seiner Flugkünste belohnt. Die typische Haltung der Ornithologen: Nase in die Luft, und still gestanden.

Groß-Zimmern - Verhaltensänderung kann ungemeine Vorteile bringen, das erfuhren die Teilnehmer der Vogelstimmenwanderung des NABU am Sonntagmorgen. „Einige Mönchsgrasmücken überwintern inzwischen in Südengland und nicht mehr im Mittelmeerraum“, erklärte Vogelexperte Klaus Hillerich aus Groß-Umstadt. Von Ulrike Bernauer

„Diese Vögel sind dann im Frühjahr als erste hier und können die besten Reviere besetzen.“ So lernten die Vogelbeobachter etliches Wissenswertes über die gefiederten Freunde und versuchten die Arten durch ihren Gesang zu unterscheiden. „Ich habe das auch nicht alles auf einmal gelernt“,beruhigte Hillerich eine Teilnehmerin, die es ziemlich schwierig fand, anhand des Gezwitschers einen Vogel zu erkennen.

Eine prächtige Flugschau bot der Storch den Wanderern.

Oft hatten die Frühwanderer an diesem Morgen das Glück, die kleinen Sänger nach einiger Zeit auch in einem der Baumwipfel zu entdecken und konnten beispielsweise erst einen Star und dann noch einen zweiten zu beobachten. Manchen Vögel konnte man bereits schon von weitem sehen, auch ohne Gesang. Ein Kormoran saß in einer Pappel, ein Graureiher ließ sich blicken und ein Storch flog über die Gruppe hinweg. Ein Fasan war von weitem zu hören und Hillerich erklärte, dass dies gar kein einheimischer Vogel sei. „Der wurde früher für das Jagdvergnügen der hohen Herren eingebürgert und da hier die Lebensumstände nicht so sind wie seiner Heimat, der asiatischen Steppe, hält er sich hier meist nicht lange“,erläuterte Hillerich.

Auch zum Naturschutzgebiet Scheelhecke, an dessen Rand die Vogelbeobachtung verlief, wusste der NABU-Mann einiges zu berichten. Er zeigte die einhäusige Erle, die Blüten und Samen gleichzeitig trägt und deren Samen für viele Vögel gutes Futter bedeuten. Auf die mächtigen Pappeln, die in diesem Bereich die Gersprenz säumen, deutete Hillerich und erklärte: „Das sind keine einheimischen Pappeln, sondern Hybridpappeln, deren Laub verrottet nur ganz langsam. Auch aus diesem Grund hat man viele dieser Bäume am Ostufer des Reinheimer Teiches gefällt. Die gehören da einfach nicht hin“.

Einen kleinen gedanklichen Ausflug zur hessischen Storchenpopulation gab es auch noch. Acht Storchenpaare leben inzwischen wieder im Landkreis Darmstadt-Dieburg, in ganz Hessen sind es inzwischen 159 Brutpaare.

Kommentare