Vogelbörse in Groß-Zimmern

Zwitschernde Zebrafinken und Kapuzenzeisige

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Freiheitsliebender Nymphensittich.

Groß-Zimmern - An ungewohntem Ort fand in diesem Jahr die Vogelbörse des Kanarien-Vogelzucht- und Schutzvereins statt. Nicht in der Rad- und Rollsporthalle gab es die Piepmätze zu sehen und zu kaufen, sondern im Vereinsheim der Kleintierzüchter in der Angelgartenstraße. Von Ulrike Bernauer

Die Züchter und auch die Besucher beeindruckte der Ortswechsel jedoch wenig, denn auch bei den Kleintierzüchtern war viel Betrieb.

Richard Wagner war aus Groß-Bieberau gekommen. Er züchtet beim Vogelzuchtverein Münster und hatte Kapuzenzeisige mitgebracht: „Ich habe 30 Stück gezogen, und davon müssten jetzt mindestens 30 Stück verkauft werden.“ Seit 30 Jahren züchtet Wagner, „weil ich Spaß dran habe.“ Zwei paar Vögel hat er an diesem Vormittag schon verkauft.

Ernst Gsell kam von weiter her angereist, er züchtet in zwei Vereinen, in Marktheidenfeld und Gmünden. Seine Zebrafinken, die er zum Verkauf angeboten hatte, wurden allesamt von einer Käuferin erworben. Gsell züchtet seit 1970, durch einen Schulkollegen ist er zum Züchter geworden. „Ich komme aus der Landwirtschaft, da habe ich immer Viecher gehabt und das macht einfach Spaß. Die Zebrafinken züchte ich nicht, die vermehre ich nur. Züchten tue ich Kanarienvögel und Brieftauben.“ Letztere hatte er aber zu Hause gelassen.

Fabian Fornoff (10) aus Reinheim hat schon Vögel. Er züchtet nicht selber, hat aber seit dem vergangenen Jahr Kanarienvögel und Stieglitze. Mit seinem Vater, Willi Fornoff, suchte er auf der Börse nach Kanarienvögeln, wurde aber an diesem Vormittag nicht fündig. 20 Kanarienvögel hat Fabian mittlerweile, „aber es sieht gar nicht so viel aus, wenn man in die Voliere guckt. Wir haben noch genug Platz. Deshalb mussten wir auch noch keine verkaufen.“ Jennifer Grünewald hatte ihre Tochter Maria mitgebracht. „Wir sind einfach zum Gucken da. Ich will mit der Tochter etwas unternehmen.“ Natürlich waren auch eine Menge Käufer unterwegs, die auf ihre Vogelrasse hofften, hauptsächlich, um frisches Blut in ihre Zuchtlinie zu bringen. Sie fanden ein gutes Angebot vor. Rund 70 Züchter waren gekommen, um ihre Tiere zu verkaufen. Es war ein wenig eng bei den Kleintierzüchtern, enger als in der Rad- und Rollsporthalle, in der die Vogelbörse schon seit sechs Jahren regelmäßig stattfindet. „Leider habe ich erst vor einigen Tagen erfahren, dass wir nicht in diese Halle können“, sagte der Vorsitzende der Zimmerner Züchter, Peter Steinbeck. „Wir sind den Kleintierzüchtern sehr dankbar, dass sie uns so kurzfristig und völlig selbstverständlich ihr Vereinsheim zur Verfügung gestellt haben.“

Steinbeck selber war ebenfalls nicht fündig geworden. „Bei der letzten Börse gab es Springsittiche, da habe ich schon welche gekauft. Heute hätte ich zur Blutauffrischung gerne noch welche erworben. Es waren aber keine im Angebot, also muss ich bis zur nächsten Börse im Frühjahr warten.“ Die soll dann aber wieder in der Rad- und Rollsporthalle stattfinden.

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