NABU hilft und informiert

Vogelhausbau in der Waldschule

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Groß-Zimmern - Geschäftiges Treiben herrscht in der Waldschule. Es wird gebohrt, geschraubt und gehämmert. Mit absoluter Konzentration sind nicht nur die Kinder, sondern auch die Väter und eine Mutter bei der Sache. Von Ulrike Bernauer

Die Waldschule hat am Sonntag zum Nistkastenbau eingeladen und zahlreiche Kindern und ihre Eltern sind gekommen.

Der Vorsitzende des Naturschutzbunds (NABU), Dr. Lothar Jacob, ist sehr zufrieden. „Wir hätten kaum noch Platz gehabt für noch mehr Bastler.“ Manuela Mann ist mit Tochter Marie (7) gekommen und vertritt damit die Mütterquote im ansonsten reinen Väterkreis. Mutter und Tochter unterscheiden sich in ihrem Eifer nicht von den männlichen Teilnehmern und ihr Fledermauskasten hat bald deutlich Gestalt angenommen. „Bei uns im alten Ortskern in Groß-Zimmern sieht man abends die Fledermäuse fliegen und wir waren vor einigen Jahren auch bei einem Infoabend über Feldermäuse. Wir mögen diese Tiere, deshalb haben wir uns heute für den flachen Kasten entschieden“, sagt Marie und ist eifrig am Schrauben. Man sieht, dass sie nicht zum ersten Mal mit einem Akku-Schrauber arbeitet. In ihrer Einschätzung liegt das Mutter-Tochter-Team aber auseinander. Während Manuela Mann meint, Marie helfe oft dem Papa, ist die Tochter anderer Meinung.

Jörg Merz ist mit seinen Söhnen Noah (7) und Nathan (4) aus Dieburg gekommen. Sie bauen ebenfalls zwei Fledermauskästen und nicht die eigentlichen Brutstätten.

„Wir haben schon vier Nistkästen zu Hause, aber noch keinen für Fledermäuse“, sagt Merz. Die Nistkästen hat er ebenfalls mit den Söhnen selber gebaut, allerdings im heimischen Keller. „Hier ist es einfacher, man muss sich wenig Gedanken machen bei den vorgefertigten Teilen“, findet Merz. Dass es bei ihnen Fledermäuse gibt steht außer Frage. Sie haben schon welche am Hausdach gesehen. Hoch im Baum wollen der Vater und die Söhne die Kästen anbringen. Damit folgen sie einem Tipp der NABU-Mitglieder. Vögel beobachten Noah und Nathan gern und oft. Zwei der Nistkästen in ihrem heimischen Garten waren schon von Meisen besiedelt.

Behausung als Wochenstube

Fledermäuse an den Kästen zu sehen, wird wohl ein wenig schwieriger werden. Erstens sind die Tiere nur nachts aktiv und zweitens benutzen nur die weiblichen Fledermäuse eine Zeitlang im Sommer Nistkästen. „Die Behausung dient als Wochenstube“, erklärt Fachmann Jacob. Fledermäuse bekommen immer nur ein Junges und sie nehmen die hölzernen Quartiere auch nicht immer an. „Die kleinen Säugetiere achten sehr auf die Temperatur, die muss stimmen. Manchmal hängt ein Kasten in der Sonne, dann ist er vielleicht zu sehr aufgeheizt. Im Schatten hingegen kann es zu kühl sein. Wenn der Kasten nicht angenommen wird, sollte man ein wenig mit dem Ort experimentieren“, rät Jacob.

Im Gegensatz zum Nistkasten für Vögel ist die Behausung für die Nachtflieger sehr flach und hat die Öffnung unten. Will man an seinem selbstgebauten Kasten Tiere beobachten, dann ist es folglich sinnvoller, einen Nistkasten für Vögel anzubringen.

Die ersten Holzhäuschen sind bald fertig und die Besitzer sehr zufrieden. Die Bastler können zuletzt nicht nur ihren Nist- oder Fledermauskasten mit nach Hause nehmen. Oben drauf gibt es noch ein Vogelbestimmungsbuch, damit sie auch wissen, welcher Vogel sich denn da in ihrem Garten aufhält.

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