Vorerst kein Verkauf an der Bahnstraße

+
Die Gebäude (rot) seien zu eng an der Bahnstraße (oben) geplant. Außerdem sollten die Parkplätze nicht über den im Volksmund „Ho-Tschi-Minh-Pfad“ genannten Weg erreichbar sein. Das Grundstück wird wohl vorerst nicht verkauft.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Der Rand an der Bahnstraße ist zu eng, das Gebäude sollte die Baufluchtlinie weiterführen“, kritisierte Gerd Merget (SPD) kürzlich im Planungs- und Umweltausschuss (PU) hinsichtlich des vorgelegten Planes für das 1 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Volksbank und Altenwohnanlage. Der Groß-Zimmerner Unternehmer Georg Pullmann hat sich als Käufer für das gemeindeeigene, voll erschlossene Grundstück beworben.

Da er hier ein Mehrfamilienhaus errichten würde, will er zunächst jedoch Baurecht für das Objekt geschaffen wissen. Ähnlich wie Merget kritisierten auch die Fachleute Kurt Werdecker (FDP) und Marianne Streicher-Eickhoff (Grüne) das Vorhaben.

Während Bürgermeister Achim Grimm (CDU) mahnte: „Wir sollten zu einer Lösung kommen. Es ist schon die dritte Sitzung, in der wir über den Antrag diskutieren“, fand Streicher-Eickhoff: „Tatsächlich haben wir genug diskutiert. Nur wurden die Änderungsvorschläge nicht im Plan berücksichtigt.“ Kritisch sehen die Politiker nicht nur den zu geringen Abstand zur Straße, sondern auch die Tatsache, dass die Parkplätze nur über den schmalen Fußgängerstreifen, der die Ketteler- mit der Heinrich-Brücher-Straße verbindet (umgangssprachlich „Ho-Tschi-Minh-Pfad“ genannt) erreichbar ist.

„Es geht um eine Grünfläche in zentraler Lage“

Dieser Pfad wird nämlich wesentlich als Weg zu den Schulen und zum Kindergarten genutzt. „Es geht hier auch um eine Grünfläche in zentraler Lage der Gemeinde“, argumentierte die Frakrtionsvorsitzende der Grünen und beantragte, den Verkauf des Grundstückes so lange zurück zu stellen, bis der Arbeitskreis „Soziale Stadt“ das geplante „integrierte Handlungskonzept“ erstellt hat. Ihr Antrag fand jedoch keinen Zuspruch. Ebenso erging es in der Folge dem Ursprungsantrag, wonach der Bebauungsplan für den Verkauf an Pullmann geändert werden sollte. Die vier PU-Mitglieder der CDU waren dafür, mit fünf Gegenstimmen wurde der Antrag jedoch abgelehnt.

Zwar war das Abstimmungsverhältnis in der Gemeindevertretersitzung mit 17 (CDU) zu 19 Stimmen recht knapp, eine Mehrheit fand der Antrag damit jedoch auch nicht. Was mit dem Gelände wird, ist nun offen. Lediglich der letzte Satz des Antrages wurde befürwortet: „Der auf dem Grundstück verlaufende öffentliche Kanal wird durch Eintragung einer Grunddienstbarkeit im Grundbuch gesichert.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare