Grundschulen auch in Groß-Zimmern ab heute wieder im Präsenzunterricht

Vorfreude auf die Kinder

Groß-Zimmern – Ab heute sind wieder mehr Schüler im Präsenzunterricht als in den vergangenen Wochen. Da durften nämlich nur die Schüler der Abschlussklassen an den weiterführenden Schulen in die Klassenräume. Das betraf in Groß-Zimmern die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) – hier blieben jeweils die Abschlussklasse der Haupt- und der Realschule im Präsenzunterricht.

Mit Abstand im Klassenzimmer: Auch an den Groß-Zimmerner Grundschulen startet am heutigen Montag wieder der Präsenzuntericht – mit dem sogenannten Wechselmodell. symbol

Eine Ausnahme bildeten an allen Schulen die Kinder, deren Eltern keine Betreuung für ihre Kinder fanden und sie trotzdem dann sowohl in die Schule als auch in die Betreuung schickten. Nun haben aber Bundes- und Landesregierung eine Öffnung der Schulen beschlossen, die allerdings hauptsächlich die jüngeren Schüler betrifft. Eine schrittweise Rückkehr in den Präsenzunterricht wurde beschlossen. „So gilt ab dem 22.2. wieder die Präsenzpflicht bzw. die Schulbesuchspflicht für die Jahrgangsstufen 1 bis 6. Eltern können nicht mehr entscheiden, ob Sie ihr Kind in die Schule schicken oder nicht“, heißt es auf der Homepage des hessischen Kultusministeriums (HKM). Der Lokal-Anzeiger hat bei allen vier Groß-Zimmerner Schulen nachgefragt – der ASS und den drei Grundschulen Friedensschule, Schule im Angelgarten (SiA) und Geißbergschule, wobei von letzterer keine Auskunft zu erhalten war – wie die Aufnahme des Unterrichts genau erfolgen soll. „Die Abschlussklassen H9 und R10 waren bei uns die ganze Zeit im Präsenzunterricht“, erklärte der Schulleiter der ASS, Boris Wollenhaupt, telefonisch auf Anfrage. Die anderen Klassen wurden seit Weihnachten auf Distanz unterrichtet, auch die zehnte Klasse des Gymnasialzweiges, weil hier davon auszugehen ist, dass die Schüler ab dem Sommer weiterführende Schulen besuchen werden. Die Klassen sieben bis neun bleiben im Distanz-unterricht.

Die fünften und sechsten Klassen kommen nun ab heute wieder in die Schulräume, und zwar nach dem Wechselmodell. Die Klassen werden jeweils in zwei Gruppen, A und B, unterteilt. Gruppe A wird in der einen Woche montags, dienstags und freitags in die ASS kommen, Gruppe B mittwochs und donnerstags. In der zweiten Woche wird dann Gruppe B drei Tage in den Klassenräumen verbringen. „Die Gruppengrößen liegen meist bei 13 Schülerinnen und Schülern, oder sie ist kleiner“, sagte Wollenhaupt, „somit sind auch die Klassenräume groß genug, um einen Unterricht mit Abstand und den AHA-Regeln zu gewährleisten.“ Allerdings sieht Wollenhaupt hier auch Probleme. Für die Lehrkräfte sei der Mehraufwand schwierig zu leisten. Zusätzlich zu den Kindern, die im Präsenzunterricht zu versorgen seien, hätten sie auch noch auf die Schüler zu achten, die sich zu Hause aufhielten. Allerdings sei die Ausstattung mit Endgeräten und auch mit WLAN gut, sodass die 700 Schüler im Distanzunterricht zumindest auf diesem Gebiet gut versorgt seien. Die Friedensschule hat ihre Schüler, die heute alle wieder im Präsenzunterricht oder im Wechselmodell an der Schule sein müssen, in einem anderen Modell verteilt. „Bei uns kommen die Schüler wochenweise in die Schule“, erklärte Schulleiterin Claudia Müller ebenfalls telefonisch. Schon seit den Weihnachtsferien habe man sich bemüht, zu den Kindern auch im Distanzunterricht Kontakt zu halten. So wurden Materialpakete abgeholt, aber auch digitale Leihgeräte an Familien übergeben, die mit Endgeräten nicht so gut ausgestattet sind.

Allerdings hat die Friedensschule kein WLAN. „Wir sind da zehn Jahre im Rückstand“, erklärte Müller. Den Kontakt zu den Schülern hielten die Kollegen über ihre privaten Endgeräte und von zu Hause. Da sei dann wenigstens ein Video-Chat möglich. „Wir freuen uns auf die Kinder“, sagt Müller, „aber ich habe auch Sorgen, vor allen Dingen wegen der Corona-Mutationen.“ Auch an der SiA sind die Kinder in zwei Gruppen unterteilt, wie Schulleiterin Andrea Bitsch erzählt. Die A-Gruppe kommt jede Woche montags und mittwochs, die B-Gruppe dienstags und donnerstags. Am Freitag arbeiten alle Schüler zu Hause, sie bekommen dafür Material zur Verfügung gestellt. „Schon im letzten Jahr haben wir dieses Modell vor den Sommerferien verfolgt, und es hat sich bewährt“, sagt Bitsch im Telefonat. In den ersten und zweiten Klassen werden fünf Schulstunden unterrichtet, in der dritten und vierten Klasse sechs Stunden. Auch an der SiA waren Kinder, deren Eltern keine Betreuungsmöglichkeit gefunden hatten, sowohl im Notunterricht als auch in der Betreuung. „Der Pakt für den Nachmittag konnte von den Kindern in Anspruch genommen werden, deren Eltern es für notwendig befanden.“ So wird es jetzt auch sein, mit dem Unterschied, dass die Eltern eine Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen müssen, dass sie nicht für die Betreuung zur Verfügung stehen. Auch im Angelgarten sind Schulleiterin und die Lehrkräfte gespannt auf die Kinder. „Wir freuen uns darauf, wieder mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können und ich denke auch, dass sich die Kinder darauf freuen, endlich ihre Schulkameraden wieder regelmäßig sehen zu können“, so Bitsch.

Von Agnes Badener

Rubriklistenbild: © dpa

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