Vorsicht bei Indischem Springkraut

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An vielen Stellen der Gersprenz wuchert t das Indische Springkraut.

Groß-Zimmern - Was zuweilen schöne Farbtupfer am Ufer der Gersprenz setzt, ist das Indische Springkraut. Es gehört zu den sogenannten Neophyten, die in der letzten Zeit wegen ihrer Giftigkeit oder ihres großen Verbreitungsdrucks von sich reden machen. Von Ulrike Bernauer

Das Springkraut ist zwar nicht giftig und stellt deshalb keine Gefahr für Mensch und Tier da, verdrängt jedoch die einheimische Vegetation. Wie das Kreisamt schon vor einiger Zeit mitteilte, ist das Indische Springkraut mit 163 Standorten im Landkreis am weitesten verbreitet, 150 davon wurden in Groß-Zimmern registriert. Eingeführt wurde die Pflanze, die mit unserem heimischen Springkraut (Im Volksmund: Rühr mich nicht an) verwandt ist, Anfang des 19. Jahrhunderts. Zuerst wurde es nach England als Zierpflanze importiert, schon einige Jahre später waren wild wachsende Pflanzen zu beobachten.

Durch sein flächendeckendes Auftreten kann es die einheimische, standortgerechte Vegetation verdrängen. Nur wenige unspezialisierte Insekten besuchen es als Futterpflanze, wie die Honigbiene oder Hummelarten.

Bekämpft werden kann es durch Ausreißen der ganzen Pflanze. Dies sollte möglichst vor der Blüte geschehen. Unter Umständen kann jedoch an Uferstandorten, wie zum Beispiel an der Gersprenz am Leosteg, eine manuelle Bekämpfung durch die Verschleppung von Samen und eine Öffnung des Bodens für noch aggressivere Neophyten mehr Schaden als Nutzen anrichten. Sinnvoller kann eine Verringerung der Nährstoffbelastung des Gewässers sein, dann können sich die heimischen Pflanzen wieder ansiedeln und nach einigen Jahren das Springkraut wieder verdrängen.

Was sind eigentlich „Neophyten“?

Neophyten sind Pflanzen, die vom Menschen nach 1492 in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie natürlicherweise nicht vorkamen. Da sie in ihrem neuen Lebensraum nicht immer natürliche Konkurrenten oder Feinde haben, können sie heimischen Pflanzen überlegen seinund Probleme in folgenden Bereichen verursachen: Herbeiführung wirtschaftlicher Schäden, beispielsweise durch Unkräuter in der Landwirtschaft oder Beeinträchtigung des Wassers durch Wasserpest-Arten; Gefährdung der menschlichen Gesundheit, wie beim Verbrennungen verursachenden Riesen-Bärenklau oder durch allergene Pollen der Beifußblättrigen Ambrosie; Verursachung ökologischer Schäden, etwa durch Verdrängung einheimischer Arten oder sogar ganzer Ökosysteme.

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