Nach Monaten vor dem Computer geht es zurück zur analogen Balljagd

Vorsichtige Schritte ins Handballtraining

Die weibliche C-Jugend ist mit vollem Eifer dabei. Im Freien übt der Handballnachnachwuchs nach langer Pause wieder den Schlagwurf.
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Die weibliche C-Jugend ist mit vollem Eifer dabei. Im Freien übt der Handballnachnachwuchs nach langer Pause wieder den Schlagwurf.

Groß-Zimmern – Gute Neuigkeiten für die Handball-Nachwuchsmannschaften der JSG Dieburg/Groß-Zimmern: Die Teams bis hin zur C-Jugend haben das Training im Freien aufgenommen. Möglich ist das, weil die Coronaverordnungen ausdrücklich erlauben, dass Kinder im Alter von bis 14 zu Jahren im Freien auch als Gruppe Sport treiben dürfen.

Die Gruppenstärke wird auf absehbare Zeit zwischen unbegrenzt (Inzidenz bis 100) und fünf (Inzidenz höher als 100) variieren. Der Vorstand hat eine stabile Inzidenzlage zur Bedingung gemacht und das Outdoor-Training an den Präsenzunterricht der Schulen gekoppelt – ab einer Inzidenz von 165 ginge es also wieder zurück ins Online-Training. Ganz frisch ist die Nachricht, dass sich der Handballbezirk Odenwald-Spessart die Option offenhält, ab dem 5. Juni bis in den Juli hinein eine Kleinfeldrunde im Freien auszutragen. Zwar mit einer tabellarischen Wertung, jedoch ohne offizielle Meistertitel und ohne Auf- und Abstiege. Die Vereine müssen sich bei Interesse an einer Teilnahme bis zum 8. Mai beim Verband melden. Matthias Grimm, Vorsitzender vom Dieburger Handballverein SG Grüngelb und Vorstandsmitglied der Handballspielgemeinschaft mit dem TV Groß-Zimmern, sagt dazu: „Wir haben uns darüber noch kein Bild gemacht. Ich finde das Vorhaben angesichts der aktuellen Lage sehr sportlich.“ Die Abteilungsleiter holen aktuell ein Meinungsbild bei den Trainern ein – entschieden wird je nach Situation Anfang Mai.

Die Nachwuchshandballer jedenfalls sind froh, wieder dem runden Leder nachjagen zu dürfen. Über Wochen hin hatten die Übungsleiter Online-Trainings und diverse „Challenges“ angeboten. Sogar Online-Wettkämpfe mit anderen Vereinen wurden ausgetragen. „Das ist mittlerweile aber recht ausgelutscht, die Motivation dafür lässt spürbar nach“, meint SG-Jugendleiterin Katharina Buchert, die gemeinsam mit ihren Amtskollegen Ivo Bauer (SG Dieburg) und Uli Aloe-Rudolph (TV Groß-Zimmern) das „Outdoor-Training“ vorbereitet hat. Felix Kointza vom TV Groß-Zimmern transportierte die Handballtore der SG Grüngelb, die noch von den früheren Rasenturnieren her existieren, auf das Sportfeld der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in Groß-Zimmern, ein zweiter Satz wurde auf dem Sportfeld in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landrat-Gruber-Schule Dieburg (LGS) installiert. Klaus Mahla, stellvertretender Schulleiter der LGS, begrüßte das Vorhaben ausdrücklich und genehmigte den Trainingsbetrieb auf dem Schulsportgelände. Jugendleiter Ivo Bauer: „Wir trainieren bewusst, obwohl wir schon mehr dürften, kontaktlos“, womit der Verein der aktuellen Infektionslage Rechnung trägt. Die Beteiligung ist groß, wie Bauer erzählt: „Die Kinder hatten richtig Lust, mal wieder auf ein Tor zu feuern“. Auch die weibliche C- und D-Jugend waren zum Auftakt fast komplett. Kinder, die noch nicht am Präsenztraining teilnehmen wollen, können weiterhin ein Online-Angebot wahrnehmen.

Die einzige Jugendmannschaft, die aktuell über die Altersgrenze von 14 Jahren fällt, ist die weibliche A-Jugend. Das Trainergespann Sebastian Hering und Anna Böttcher möchte die Mädchen auch wieder auf das Spielfeld holen: „Wir denken an ein Personal-Training, also ein handballspezifisches Einzeltraining mit Trainer in der Halle“, berichtet Böttcher. Ein Training mit zwei Personen aus zwei Hausständen in einer Halle ist nämlich gemäß der Schutzverordnung zulässig. Für August oder September planen die Handballer vorsichtig. Anstelle des sonst üblichen Hallenvorbereitungsturniers mit etwa 50 Mannschaften behält sich die SG offen, ein Freiluftturnier mit maximal vier Teams pro Altersklasse anzubieten. „Gegebenenfalls mit Testpflicht – alles unter dem Vorbehalt der Corona-Lage bis dahin“, beschreibt Matthias Grimm die Planungen des SG-Vorstands. Acht Jugendmannschaften stemmen sich on- und offline gegen Corona – bei den vier aktiven Teams hingegen ruht nach Auskunft der Abteilungsleitung der Sportbetrieb.  (mag)

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