Albert-Schweitzer-Schule weiterhin auch interessant für Schüler und Eltern aus den Nachbarkommunen

Vorteile der „Durchlässigkeit“ nutzen

Schulleiter Helmut Buch stellte den Eltern von Viertklässlern bei einem Infoabend das Kollegium und die unterschiedlichen Zweige der Albert-Schweitzer-Schule vor. J Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - Die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) ist vor Jahren als erste Schule mit gymnasialem Zweig im Landkreis zu der neunjährigen Unterrichtszeit (G 9) zurückgekehrt. Von Ulrike Bernauer

Das machte sie nicht nur für Schüler aus Dieburg, sondern auch aus Groß-Umstadt oder Habitzheim sehr attraktiv. Nun wird sowohl an der Dieburger Goethe-Schule als auch am Groß-Umstädter Max-Planck-Gymnasium ebenfalls wieder G 9 angeboten. Dennoch kamen zum Infoabend für Eltern von Viertklässlern auch wieder einnige Interessenten aus den Nachbarorten.

Etwa 15 Hände hoben sich, als Schulleiter Helmut Buch fragte, wer aus Dieburg sei, auch aus Semd, Habitzheim und Groß-Umstadt waren Mütter dabei. Claudia Poth-Joos aus Dieburg erläuterte ihr Interesse für die Groß-Zimmerner Schule: „Mein älterer Sohn ist schon hier auf dem Gymnasialzweig. Ich fände es schön, wenn beide Kinder die gleiche Schule besuchen könnten. Der Große fühlt sich hier sehr wohl. Mir gefällt auch, dass es hier keinen Nachmittagsunterricht gibt. Das ist in Dieburg zweimal die Woche der Fall. Wenn die Kinder nachmittags frei haben, haben sie mehr Möglichkeiten, sich im Verein zu engagieren.“

860 Schüler hat die ASS momentan, in 37 Klassen werden die Kinder und Jugendlichen von 60 Lehrkräften unterrichtet. Schulleiter Buch rechnet für das kommende Schuljahr mit drei Gymnasial- und zwei Förderstufenklassen. Die Klassenstärken liegen momentan bei maximal 30 Schülern im Gymnasialzweig und 26 in den Förderstufenklassen. Buch zeigte sich auch ein wenig erleichtert, dass der Ansturm aus Dieburg geringer geworden ist, denn „unsere räumlichen Kapazitäten sind begrenzt.“

Die Fachstufenleiterinnen Marion Hübner (Gymnasium und Förderstufe) und Ingeborg Klages (Haupt- und Realschule) erläuterten die spezifischen Anforderungen in den jeweiligen Richtungen.

So ist der Unterricht in der Haupt- und Realschule erheblich praxisorientierter, was sich auch an Praktika und Praxistagen zeigt. Die Haupt- und Realschüler müssen sich viel früher entscheiden, welchen Beruf sie wählen wollen. Ein gravierender Vorteil der Gesamtschule sei die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Schulformen. So hätten Jugendliche in der Förderstufe nicht nur die Möglichkeit, sich in Haupt- und Realschule bis zur siebten Klasse zu qualifizieren, Umstufungen seien auch von der Förderstufe ins Gymnasium möglich. Allerdings könne der Weg auch in umgekehrte Richtung führen.

Der stellvertretende Schulleiter Jürgen Köbler riet den Eltern zur Nachsicht. „Sie wollen das Beste für ihr Kind. Aber nicht für alleist es das Beste, das Gymnasium zu besuchen.“ Köbler berichtete von Schülern, die im Gymnasium permanent überfordert seien und nach einiger Zeit zwangsläufig in die Realschule wechseln müssten. Durch die ständige Überlastung hätten diese Schüler dann oft den Spaß am Lernen verloren und dann auch in der Realschule keine Lust mehr. „Hören Sie auf die Empfehlung der Grundschullehrer, die konnten ihr Kind vier Jahre lang erleben und einschätzen.“

Klages machte ebenfalls auf die weitere Durchlässigkeit im Bildungswesen aufmerksam. „Wenn ein Schüler eine Lehre und dann seinen Meister macht, kann er im Anschluss auch ohne Abitur studieren. Für manchen ist dieser Weg der Bessere.“

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