Fledermausabend der Waldschule

Flugtiere als Gefährten des Menschen

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Blick in den Nachthimmel: Die Besucher des Fledermausabends wollten die kleinen Säugetiere nicht nur hören, sondern möglichst auch sehen.

Groß-Zimmern - „Fledermäuse finden Häuser klasse“, sagte Spezialist Dirk Diehl. Zumindest in den Anfangszeiten, in denen Menschen Häuser bauten, zogen Fledermäuse gerne mit ein, nachdem sie in der Steinzeit auch die Höhlen mit den Neandertalern geteilt hatten.

Beim Fledermausabend der Waldschule erzählte Diehl am Samstag nicht nur viel Wissenswertes über das Leben der nachtaktiven Tiere, sondern beleuchtete auch das Verhältnis der Menschen zu den eleganten Fliegern.

So herrschte lange Zeit ein gutes Zusammenleben zwischen Mensch und Flugtier, in vielen frühen Kulturen waren die Fledermäuse sogar heilig. Die Germanen etwa glaubten, dass die Nachtflieger Boten der Göttin Freya wären. Erst mit der Christianisierung nahm das Zusammenleben ungute Formen an, die Fledermäuse wurden dämonisiert. Während die Engel in der christlichen Wahrnehmung mit vogelähnlichen Schwingen ausgestattet waren, wurden die Teufel mit Flügeln ähnlich der von Fledermäusen gezeigt. In den letzten Jahren wandelte sich das Bild erneut. Mit dem weitgehenden Verschwinden der Fledermäuse durch die Veränderung ihrer natürlichen Umgebung haben viele Menschen wieder Interesse an den fliegenden Säugetieren gefunden. So gibt es die Auszeichnung für das fledermausfreundliche Haus. Neuestes Projekt der Fledermausfreunde ist der Mausohr-Bahnhof Mümling-Grumbach. Seinen Namen trägt er, weil er die zweitgrößte Kolonie in Hessen beherbergt.

Nach dem Vortrag ging es hinaus in die Dunkelheit. Mit dem Fledermaus-Stimmendetektor konnten vier unterschiedliche Arten anhand ihrer Rufe identifiziert werden. Zu hören waren Breitflügel- und Zwergfledermaus, Großer Abendsegler sowie Mückenfledermaus. Die Beobachter freuten sich auch darüber, dass sie die Breitflügelfledermaus nicht nur hören, sondern auch sehen konnten. Diese Art ist deutlich langsamer in den Lüften unterwegs, dadurch auch für Menschen in der Nacht gut zu sehen. Der NABU-Vorsitzende Dr. Lothar Jacob freute sich auch über einen Hirschkäfer, der in gemächlichem Flug über die Waldschule hinweg schwebte. „Wir wissen natürlich nicht, ob er direkt zu unseren Hirschkäferwiegen geflogen ist. Wichtig ist, dass es ihn hier im Wald gibt und unsere Schutzbemühungen also sinnvoll sind.“

Zu Beginn des Abends gab es für die jungen Besucher die Möglichkeit, zum Thema zu basteln. Aus Korken und Pappe konnten Fledermäuse hergestellt werden.

Die am stärksten bedrohten Arten

Bilder: Die am stärksten bedrohten Arten

bea

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