Neuer Vorstand und neuer OWK- Ehrenvorsitzender.

Wandern mit GPS oder auf das Alter satteln?

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Der neue Vorstand des OWK blickt optimistisch in die Zukunft. Von links Renate Pullmann, Vasantha Otto-Kaiser, Helga Roßle, Norbert Kaiser und Norbert Vogel.

Groß-Zimmern (mj) – „Es geht darum, einen Mann zu finden, der große Schuhe hat und in die vorgegebenen Stapfen treten kann“, brachte es Wahlleiter Herbert Hildebrand auf den Punkt. In seinem Ton schwang ein bisschen die schwermütige Stimmung mit, die bei vielen Mitgliedern des Groß-Zimmerner Odenwaldklubs (OWK) im Rahmen der Mitgliederversammlung zu erkennen war, als es um die Wahl des neuen Vorstands ging.

Zwar war seit längerem klar, dass der Vorsitzende Horst Neumann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl antreten würde, doch das selbst auferlegte Ende der Ära Neumann nach 19 Jahren als Vorsitzender und insgesamt 37 Jahren Vorstandsarbeit rief doch reichlich Wehmut in der OWK-Familie hervor. Stets kompetent, engagiert und sympathisch ist der Name Neumann seit Jahren untrennbar mit dem OWK verbunden. Hätte man dem Groß-Zimmerner das Amt auf Lebenszeit angeboten, wäre wohl kaum ein Mitglied dagegen gewesen.

Bei der Neuwahl stand dann mit Norbert Kaiser ein Kandidtat zur Verfügung, der mit einstimmiger Mehrheit gewählt wurde. Bisher als dritter Vorsitzender tätig wird der 61-jährige Diplom-Ingenieur fortan die Geschicke des Vereins leiten. Zweiter Vorsitzender bleibt Norbert Vogel, Renate Pullmann behält das Amt der Schriftführerin. Neu im Team sind Vasantha Otto-Kaiser als Rechnerin und Helga Roßle als dritte Vorsitzende. Horst Neumann erklärte sich bereit, den neuen Vorstand als Pressewart zu unterstützen.

Wie Kaiser sagte, habe er das Amt nicht angestrebt und es seien Lernprozesse erforderlich. „Ich will den Verein so führen, dass alle mit Begeisterung dabei bleiben und wir die bisherige Erfolgsgeschichte fortschreiben.“

Aufgrund der gekürzten Vereinsförderung durch die Gemeinde beschloss die Versammlung eine Beitragserhöhung um einen Euro. Auch die Pauschale von fünf Euro als Fahrtkostenbeitrag für jeden Busausflug wurde um einen Euro erhöht.

In seinem letzten Jahresbericht blickte Neumann sowohl zurück als auch nach vorne. Wie er zum Thema Birkenruhe sagte, sei sowohl vom derzeitigen Pächter als auch vom OWK keine Fortführung der gerademal einjährigen Zusammenarbeit gewünscht, weshalb man sich im Frühjahr nach einem neuen Pächter umsehen müsse. Damit schreibt sich das Kapitel der in den letzten Jahren glücklosen Pächterauswahl fort. Mit Blick in die Zukunft wies Neumann darauf hin, dass der immer höhere Altersdurchschnitt im OWK Sorgen mache. „Auch wenn das der Trend in vielen Vereinen ist, kann dies kein Trost sein“, so Neumann. Aktionen wie die sogenannte „Kinderwagenwanderung“ für junge Familien sind für ihn – trotz der bisher geringen Resonanz - allemal einen Versuch Wert.

Der scheidende Vorsitzende riet zu mehr Angeboten mit längeren Wegstrecken speziell für stärkere und jüngere Wanderer. Der Erfolg dieser Aktionen wurde von einigen bezweifelt, die sich dafür aussprachen, nicht zuviel Aufwand beim Bemühen um junge Mitglieder zu betreiben. So sei die vielerorts praktizierte Schatzsuche im Wald mittels GPS, das Abenteuer und Wandern kombinieren soll, nur eine Modeerscheinung.

„Die Jugend bleibt heut lieber unter sich und ist nur schwer für das Wandern zu begeistern“, so eine andere Stimme. Es sei eine Tatsache, dass das Interesse für dieses Hobby erst später und damit im Alter aufkomme.

Nicht nur zu diesem Thema wird sich Norbert Kaiser zukünftig als neuer Vorsitzender Gedanken machen.

Die Unterstützung von Horst Neumann ist ihm dabei gewiss. Der kündigte nämlich einen „weichen Übergang“ an, bei dem er dem Verein mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Worte des 70-jährigen werden auf alle Fälle in Zukunft von Gewicht bleiben, denn die Mitgliederversammlung schloss mit der Ernennung von Horst Neumann zum Ehrenvorsitzenden.

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