„Warum geht das nicht immer so?“

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Weinprinzessin Franziska eröffnete mit Bürgermeister Achim Grimm (oben links) und dem AGV-Vorsitzenden Manfred Dyroff das Fest.

Groß-Zimmern - In eine Marktlücke ist ganz offensichtlich der Arbeitergesangverein (AGV) mit seinem Weinfest am Wochenende gestoßen. Schon am frühen Samstagabend waren die Bänke auf dem Roten Platz fast vollständig besetzt und an den Stehtischen drängten sich die Besucher. Von Ulrike Bernauer

Den Umstädter Wein, der in dieser Form wohl zum ersten Mal in Zimmern ausgeschenkt wurde, wollten sich viele, vor allen Dingen ältere Zimmerner munden lassen.

Eine Premiere war wohl auch der Besuch von Weinprinzessin Franziska, die extra ihren Urlaub verschoben hatte, damit sie den Zimmernern ihre Aufwartung machen konnte. Mit Bürgermeister Achim Grimm eröffnete die junge Groß-Umstädterin, attraktive Botschafterin des Weines, das Fest und sie erhielt viel Applaus, als sie die Zimmerner zum Winzerfest nach Groß-Umstadt einlud.

Grimm eröffnete am Samstagabend aber nicht nur das Weinfest, sondern gab auch den Startschuss für die Aktionswoche „Jahnstraße als Kreativwerkstatt“.

Auch Bürgermeister Grimm legte Hand an

Der Bürgermeister freute sich, dass der Start mit dem Weinfest des AGV so wunderbar gelungen war. Wichtig sei insbesondere, dass die Straße im Ortskern auch nach dem Abschluss der Kreativwoche „nicht ausstirbt oder tot ist.“ Grimm forderte die Bürger auf, ihre Anregungen, Vorschläge und Ideen einzubringen, um zu verhindern, dass im Lauf der Zeit noch mehr Geschäfte schließen und um die Zukunft des alten Ortskerns zu sichern. Die erste Aktion der Kreativwoche schloss sich direkt an die Eröffnung an, Malerin Ursula Burgdorf animierte den Bürgermeister, die ersten Pinselstriche auf eine große Leinwand zu setzen. Grimm erwies sich nicht als ganz so begnadeter Maler, was erst aussah wie eine Blume, sollte eigentlich Bestandteil einer Familie sein. Kritisch beäugte Weinfestbesucherin Ulrike Wienkoob von einem der Stehtische aus die Malversuche. „Ich wäre das Gemälde anders angegangen“, sagt die Rentnerin. Das Weinfest gefalle ihr gut, für die Belebung von Zimmern müsste allerdings mehr getan werden, so die Meinung der Rentnerin. „Zimmern muss dringend was machen, sonst stirbt es.“

Kreativität gibt es zumindest an diesem Abend reichlich. Kaum hat Grimm den Pinsel aus der Hand gelegt, kommen vor allem junge Bürger, die sich auf der Leinwand verwirklichen wollen. Weinprinzessin Franziska setzt auch noch mal einen deutlichen Akzent, ins linke obere Eck hat sie einen Weinkelch gezeichnet. Ein Bild, das den Zimmernern an diesem Abend sehr entgegen kommt, denn das Stöffchen aus Umstadt wollen sie gerne genießen.

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Lange und intensiv wird auf dem Platz gefeiert. Noch am späten Abend gesellen sich zahlreiche Gäste hinzu, kommen teilweise in ganzen Gruppen oder als Jahrgänge.

Auch die Gastronomen freuen sich über das Fest und die Veranstaltungen. Denn nicht nur die Vereinskasse des AGV, der arbeitsmäßig den größten Beitrag leistete, profitiert vom Verzehr der Gäste. Auch die umliegenden Restaurants und Kneipen sind sehr gut besucht.

Den zumeist menschenleeren Platz vor seinem Geschäft findet Gül-Hali-Wirt Hüsseyin Aslan nicht schön und sagt: „Das ist prima! Warum geht das nicht immer so?“

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