Wasserschäden und zwei Brände

Land unter, Keller voll

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Um die Wassermassen abzuleiten, schufen die Feuerwehrleute neue Abflussmöglichkeiten.

Groß-Zimmern - Besonders stark von dem Unwetter am frühen Sonntagmorgen war der Ostkreis betroffen: Allein in Groß-Zimmern und Dieburg gab es laut Feuerwehrleitstelle rund 100 Einsätze, bei denen Keller leer gepumpt werden mussten.

Über 150 Einsatzkräfte aus Dieburg und den umliegenden Kommunen waren vor Ort.

Etwa acht Stunden im Einsatz waren die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehren Groß- und Klein-Zimmern am Sonntagmorgen. Die starken Regenfälle in der Nacht sowie zwei Brände hatten zu für sie zu insgesamt 21 Einsätzen im Gemeindegebiet wie auch in der Nachbarstadt Dieburg geführt.

Nach der ersten Alarmierung um kurz nach 5 Uhr mussten insgesamt 19 Einsatzstellen mit Unwetterhintergrund abgearbeitet werden. Hinzu kamen zwei Brände in Dieburg, bei denen die Zimmerner Feuerwehrleute zur Unterstützung angefordert worden waren, da die Dieburger Kameraden ebenfalls in zahlreichen Wassereinsätzen gebunden war.

Die ehrenamtlichen Helfer pumpten Keller in Groß-Zimmern und Dieburg aus und verhinderten Schlimmeres bei eindringendem Wasser in Wohnräume oder Büros.

Besonders betroffen war in Groß-Zimmern der Bereich zwischen Berliner Straße und Röntgenstraße. Die starken Regenfälle hatten hier zu einer großflächigen Überschwemmung geführt, welche sich nach und nach auf Gärten der Anwohner in der Berliner Straße ausdehnte.

Die Wassermassen drohten teilweise in die Keller der Wohnhäuser zu laufen, was die Feuerwehr mit eilig gefüllten Sandsäcken verhinderte.

Um das Abfließen des Wassers zu begünstigen, wurde im Bereich des Nathan-Mathes-Weges eine natürliche Abflussmöglichkeit frei geräumt. Bürgermeister Achim Grimm machte sich vor Ort ein Bild der Lage und unterstützte die ehrenamtlichen Männer und Frauen moralisch.

Jähes Ende für Traffic Jam - Gelände evakuiert

Ein jähes Ende fand das entspannte Jugend-Event Traffic-Jam: Im Schlaf wurden rund 2000 junge Festivalbesucher vom Unwetter überrascht: Binnen Minuten war einer der beiden Zeltplätze auf dem Gelände der Fahrschule Völker überflutet.

Die Zelte beim Festival „Traffic Jam“ standen in einem einzigen See.

Nach Angaben der Polizei konnten sich alle Festivalbesucher rechtzeitig in Sicherheit bringen, 91 überwiegend junge Leute wurden von der Feuerwehr mit Bussen zur ABC-Halle gebracht und dort mit Decken und warmen Getränken versorgt. In der Halle wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet. Alle anderen Gäste traten in eigenen Fahrzeugen die Heimreise an oder wurden von Angehörigen abgeholt. Das Festgelände wurde von Polizei und Sicherheitsdienst abgeriegelt und im Rahmen der Eigentumssicherung überwacht.

„Die Räumung verlief sehr diszipliniert, lediglich eine Besucherin erlitt eine Schnittverletzung“, so der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr, Werner Flechsenhar.

In Zusammenarbeit von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und dem anwesenden Sicherheitsdienst geräumt.

Zwei Brände in Dieburg

Für die Zimmerner einsatzkräfte galt es auch noch bei zwei Bränden Unterstützung für die Dieburger Kameraden zu leisten. Gegen 6.20 Uhr fuhren sie in die Altheimer Straße. Hier war eine Rauchentwicklung fest gestellt worden, welche sich als Schmorbrand eines Keilriemens heraus stellte.

Zusammen mit den Dieburger Kameraden wurde dann gegen 8.30 Uhr ein Innenangriff im Rahmen eines gemeldeten Dachstuhlbrandes im Dieburger Burgweg durchgeführt.

Gegen 13 Uhr konnten die Zimmerner Helfer schließlich nach dem Aufrüsten der Fahrzeuge das Feuerwehrhaus verlassen.

Informationsbedarf sieht Tobias Lang, Pressesprecher der Feuerwehr Groß-Zimmern, beim Thema „Martinshorn in der Nachtzeit“. Einzelne Bürger hatten nachgefragt, ob dies denn bei Wasser im Keller notwendig sei. „Natürlich nicht“, erklärt Lang, der selbst eines der zehn Einsatzfahrzeug gelenkt hatte. „Wir haben 18 der 19 Unwettereinsätze auch ohne Martinshorn abgearbeitet.

Lediglich bei einem dringenden Wassereinsatz und den Brandeinsätzen wurde das laute Signalhorn an unübersichtlichen Verkehrspunkten und zur Warnung anderer Verkehrsteilnehmer auf der Straße zugeschaltet.“ Insgesamt versuche die Feuerwehr besonders zur Nachtzeit auf das Signalhorn zu verzichten, sofern es nicht dringend notwendig ist. J guf

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