Wehre sorgen für stabilen Pegel

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Seit rund zwölf Jahr „Wehr“-Beauftragter: Michael Allmann hält den Pegel d er Gersprenz stabil.

Groß-Zimmern (ula) ‐ Die Straße gen Klein-Zimmern überflutet, etliche Keller vollgelaufen, der Hundeplatz überschwemmt, ein Damm gerissen. Die Feuerwehr im dreitägigen Dauereinsatz… dies sind dramatische Erinnerungen an das letzte große Hochwasser von 1995 in der Gemeinde.

Auch vergangene Woche überschritt der Pegel der Gersprenz die höchste Hochwassermeldestufe III von 3,80 Metern. Grund: Bei milder Witterung hatte die Schneeschmelze eingesetzt. Auch zusätzliche Niederschläge sorgten für hohe Wasserpegel an vielen der 1350 hessischen Bäche und Flüsse.

Am Montag lag der Pegel bei 3,87 Meter“, sagt Michael Allmann, der die Gersprenz mit ihren drei Wehren bei Groß-Zimmern bereits seit zwölf Jahren betreut. Und dies Tag und Nacht. Sein Engagement, aber auch die baulichen Vorkehrungen sorgen dafür, dass ein Hochwasser wie 1995 so schnell nicht mehr vorkommen wird

Allmann versichert Entwarnung

Drei Wehre halten die großen Wassermassen zurück, die der Fluss vom Odenwald kommend Richtung Zimmern durch sein Bett transportiert. 1998/99 wurden zwei Rückhaltebecken gebaut – in diesen Pollern wird das Wasser derzeit gesammelt.

Trotz des Überschreitens der Höchstmarke gibt es also Entwarnung, wie Michael Allmann versichert. Er hat einen großen Erfahrungsschatz gesammelt, betreute die Wehre als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zunächst ehrenamtlich, nun jedoch hauptamtlich im Dienst des städtischen Bauhofs.

Gersprenz als Lebensraum für Wasservögel und Fische

Kritisch könnte es bei einer Marke von 4,50 Metern werden“, schätzt er und späht in die braunen Fluten der Gersprenz, die im Bereich der Obermühle über fünf Meter breit ist.

Ein Eldorado für Wasservögel und Fische – deren Bestand wird jährlich vom Anglerverein Groß-Zimmerns aufgestockt. Hier will man gar einen 1,30 Meter langen Wels herausgezogen haben, so versicherten die Vereinsaktiven. Vieles spricht zumindest für die Wasserqualität des Hausgewässers, das es im Schnitt auf 1,90 Meter Wassertiefe bringt.

Keine Verschlechterung der Situation zu erwarten

Und weil die Absprache zwischen den Kommunen klappt, ist selbst bei ungewöhnlicher Wetterlage nicht gleich Alarmstufe „Rot“ angesagt. „Hier kann nicht jeder seine eigene Suppe kochen“, bringt es Bauhofleiter Peter Jonas auf den Punkt. Vergangene Woche habe Reichelsheim das Wehr geöffnet – die Nachbarn aber im Vorfeld informiert.

In den kommenden Tagen sei keine Verschlechterung der Situation zu erwarten, prognostiziert Fachmann Michael Allmann. Und wenn, ist der „Herr der Wehre“ zur Stelle, um das Wasser umzuleiten und Schlimmeres zu verhindern.

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