Beim Schütteln entweichen die Geister

Wein und Sekt für die Orgel

+
Nach dem Erfolg im letzten Jahr luden der Orgelförderverein und Pfarrer Christian Rauch zum zweiten Mal zu einer Weinprobe ins Gemeindezentrum ein. Acht Weine und ein Winzersekt aus Rheinhessen standen zum Verköstigen bereit.

Groß-Zimmern (mj) ‐ „Vorsicht, Sekt darf nicht geschüttelt werden. Sonst entweichen die Geister!“, sagt Christoph Lösch als er sieht, dass einige Gäste mit reichlich Vorfreude das Glas im Kreis drehen und dadurch den Inhalt in Bewegung setzen. Lösch muss es wissen, denn der 34-jährige Winzer aus Rheinhessen blickt mit seiner Familie auf eine Tradition zurück, die bis 1492 reicht.

Bei der katholischen Gemeinde war er jetzt zum zweiten Mal für eine Weinprobe verantwortlich, die Pfarrer Christian Rauch zusammen mit dem Orgelförderverein organisierte. Für 20 Euro konnten acht Weine verkostet werden, dazu gab es als Einstieg einen Winzersekt.

Um den Abend unterhaltsam zu gestalten, hatte sich Rauch ein kleines Programm überlegt: Widmete man sich im letzten Jahr bedeutenden Bibelzitaten, gab der Pfarrer in diesem Jahr am Klavier bekannte Weinlieder vom Rhein für seine rund 70 Gäste zum Besten.

Den Abend eröffnete der Männerchor der Kirchengemeinde mit drei Stücken. Dazu gab es immer wieder interessante Informationen von Christoph Lösch rund um den Wein. Den Kontakt zu Lösch stellte der Zimmerner Pfarrer her: Beide kennen sich bereits aus ihrer Schulzeit in Worms. Zum Wein wurden kleinen Leckerbissen gereicht, um die sich der „Maitre de la Cuisine“, Maurice Sertillanges, kümmerte.

Auch der Tatsache, dass bei einer richtigen Weinprobe der Rebensaft oft nur kurz im Mund behalten und nicht getrunken wird, kamen die Organisatoren des Abends nach: Für diesen Fall standen große Gläser auf dem Tisch. „Auf Eimer wurde verzichtet“, so Rauch schmunzelnd. „Die Leute haben 20 Euro bezahlt. Da gehen wir davon aus, dass das meiste doch verzehrt wird.“ Dass die Verköstigung von acht Weinen gewisse Risiken für den geraden Gang birgt, war dem Pfarrer bewusst. Laut dem 34-jährigen habe er davor aber keine Angst. So sei es wichtig, dass eine Gemeinde auch mal richtig miteinander feiert und alle entspannt sind. „Man kann nicht immer nur organisieren und sich einbringen.“ Wie er ergänzte gebe man sich an diesem Abend weltlichen Freuden hin, doch ein kirchlicher Bezug bleibe bei genauerem Blick auf die Weinlieder vom Rhein nicht außer Acht: „Es gibt fast kein Lied, in dem Gott nicht vorkommt.“

Kommentare