CDU-Dämmerschoppen zum Thema öffentlicher Personennahverkehr

Welche Bahn könnte wie fahren?

Am Festplatz besichtigten die Teilnehmer die alte Bahntrasse. - Foto: Friedrich

GROSS-ZIMMERN - Nach zehn Jahren in der Schreibtischschublade haben die Pläne für eine Straßenbahnanbindung Darmstadt-Groß-Zimmern eine Renaissance erfahren. Von Ursula Friedrich

Während die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) nun eine Machtbarkeitsstudie anfertigt (wir berichteten), schritten Groß-Zimmerns Christdemokraten jene historische Strecke ab, die bis vor 28 Jahren die Eisenbahn in die Gersprenzgemeinde führte.

Von der Grünen Mitte ging es zu Fuß zur Johannes-Ohl-Straße, wo über ehemaligen Gleiskörpern die Natur ihr Recht zurück erobert hat. „13 Kilometer bis Darmstadt Rosenhöhe-Ost, so die Distanz“, sagte der ehemalige DB-Betriebsleiter Werner Krone, der als Sachverständiger vor zwei Dutzend Interessierten sprach.

Derzeit seien fünf verschiedene Varianten der Nahverkehrsverbindungen im Gespräch, darunter Straßen- und Eisenbahn. Hintergrund ist die Überlastung der Darmstädter Innenstadt während der Hauptverkehrszeiten mit überfüllten und oft verspäteten Bussen.

„Vorteil einer Eisenbahn wäre: man kann sie sukzessive, je nach Kassenlage bauen“, argumentierte der Ex-Eisenbahner „pro“ Bahn. Eine acht Meter breite Trasse würde für einen Schienenstranggenügen, der bei 30-minütiger Vertaktung ausreichend sei. Die Straßenbahn würde zwei Schienen und eine Breite von zehn Metern benötigen. Unter der örtlichen CDU, die das Thema unter dem Motto „Dämmerschoppen“ aufgegriffen hatte, kristallisierte sich keine einhellige Meinung heraus.

„Ich bezweifle, dass ein Schienenstrang ausreichend wäre“, so ein Christdemokrat, „und würde in den Hauptverkehrszeiten eine halbstündige Vertaktung tatsächlich das Problem lösen?“ Hinzu kommt die Finanzierung des Unterfangens, das vor zehn Jahren noch mit über 82 Millionen Euro für eine Straßenbahn beziffert worden war. Auch wenn das Land Hessen optimistisch prognostiziert, 80 Prozent der Kosten auf Basis des Gemeindeverkehrsfinanzierungskonzeptes übernehmen würde, blieben die übrigen Kosten doch am Kreis und den Kommunen hängen,meinten die Kommunalpolitiker skeptisch.

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