Risiken und Prävention Infomobil klärt Schüler der Albert-Schweitzer-Schule auf

Welche Wege nimmt Aids?

Das Aidsmobil hat in der Albert-Schweitzer-Schule Station gemacht, wo Jungen und Mädchen einen Teil des vierstündigen Unterrichts getrennt verbringen.  J Foto: Bernauer

Groß-Zimmern - Dari zieht die Folie von einem Bild ab. Auf der Zeichnung sind zwei Menschen zu erkennen, die sich gegenseitig Blutsbrüderschaft schwören. „Ist das nun ein Weg Aids zu übertragen?“, fragt Isabel Trumpfheller vom Aidsmobil. Von Ulrike Bernauer

„Ja, hier wird ja Blut zwischen zwei Menschen ausgetauscht, ist einer davon HIV-positiv, dann kann er so den anderen anstecken“, lautet die Antwort der Schülerinnen.

Das Aidsmobil vom Gesundheitsamt des Landkreises hat am Freitag an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) Station gemacht. Isabel Trumpfheller, 25 und Studentin für Soziale Arbeit, und ihr Kollege Lukas Hanemann, 23 und Lehramtsstudent, klären die Schüler der neunten Klasse über die Krankheit auf und beantworten Fragen. Zunächst haben sich Jungen und Mädchen in Gruppen zusammen getan und die Studenten haben nach Geschlecht getrennt Unterricht. Denn: „Mädchen haben andere Fragen als Jungen und beide Geschlechter können sich mehr öffnen, wenn sie unter sich sind“, erklärt Lukas Hanemann.

Zu Beginn des Infotages haben die Schüler einen Fragebogen ausgefüllt. In dem wurde nicht nur das Wissen über HIV abgefragt, sondern auch, wer die Jugendlichen aufgeklärt habe und mit wem sie über Fragen der Sexualität bevorzugt reden. Am Ende der vier Stunden gibt es einen weiteren Fragebogen, der erfassen soll, wie viel die Jugendlichen gelernt haben, aber auch wie nützlich sie selber die Veranstaltung fanden. Anhand der Zeichnungen, die Trumpfheller die Schülerinnen aufdecken lässt und die sie mit ihnen bespricht, lernen die Jugendlichen, auf welchen Weise Aids übertragen werden kann. Das kann auf drei Wegen passieren: Blut, Schleimhaut oder offene Wunden. „Beim Küssen kann man sich auf keinen Fall anstecken, selbst wenn beide Partner Zahnfleischbluten haben“, versichert die Studentin. „Der Speichel tötet das HIV-Virus ab“.

Übers Stillen kann die Krankheit hingegen sehr wohl übertragen werden.

Doch nicht nur Fragen zu Aids hatten die Schülerinnen, auch beim Thema Verhütungsmittel und Abtreibung hakten sie nach. „Die Fragen beantworte ich auch gerne“, sagte Trumpfheller, „schließlich geht es um Sexualität und da haben die Schüler nicht so viele Ansprechpartner. Oft fragen sie dann Freundinnen oder Freunde, die mitunter ein gefährliches Halbwissen haben.“

Statistiken gaben den Schülern eine Vorstellung davon, wie verbreitet die Krankheit ist: Aktuell gibt es 78 000 Aidskranke in Deutschland, davon sind 65 Prozent homosexuell, 22 Prozent sind heterosexuell, 11 Prozent der Betroffenen nehmen Drogen.

Ein halbes Prozent der Erkrankten hat sich schon im Mutterleib angesteckt.

Außerdem gibt es immer noch Menschen, die sich über Blutkonserven infiziert haben, dieser Ansteckungsweg ist aber kaum noch existent.

3400 Neuerkrankungen gibt es derzeit jährlich in Deutschland.

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