Zu wenig Platz zum Experimentieren

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Der Physiksaal der Albert-Schweitzer-Schule ist bei großen Klassen voll besetzt. Frontalunterricht ist möglich, aber Platz zum Experimentieren haben die Schüler nicht mehr.

Groß-Zimmern ‐ Einen Besuch von Landrat Klaus Peter Schellhaas an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) nutzte Schulleiter Helmut Buch kürzlich, um auf die prekäre Situation im naturwissenschaftlichen Unterricht an der Gesamtschule aufmerksam zu machen. Von Ulrike Bernauer

Hauptproblem: Die Ende der 60er Jahre erbauten Räume sind schlicht zu klein und auch nicht mehr auf dem Stand der heutigen Technik. „Früher haben wir die Klassen geteilt, eine Hälfte hat theoretischen Unterricht erhalten“, erläutert Buch, „die anderen haben derweil ihre Experimente gemacht“. Aufgrund der Schülerzahlen ist heute eine Teilung der Klassen nicht mehr möglich. Die Folge: Es sitzen viel zu viel Schüler in einem zu kleinen Raum. Eigentlich dürfte der Lehrer auch keine Experimente mehr vorführen, weil ihm die Schüler viel zu nah auf der Pelle sitzen, der erforderliche Mindestabstand ist nicht mehr gewährleistet.

Das Mobiliar ist total veraltet und ohne die Spenden von technischer Ausstattung durch die Firma Merck, von der Chemielehrerin Christine Werner und Biologielehrerin Sabine Bühler berichten, stünde es vermutlich auch um die Experimentier-Ausstattung und -Materialien noch schlechter. „Wir sind Projektschule der Firma Merck und haben kürzlich supertolle Mikroskope gestiftet bekommen, aber wir können sie nicht einsetzen, weil uns die Stromanschlüsse fehlen“, erklärt Bühler.

Die Größe ist das Hauptproblem

„Unsere Schule hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt und wir bekommen von den weiterführenden Schulen auch immer viel Lob für unsere Arbeit“, sagt Buch, „aber im naturwissenschaftlichen Bereich einen gewissen Standard zu halten, fällt uns zunehmend schwer, auch wenn wir es bis jetzt immer noch geschafft haben“. Schellhaas zeigte sich „beeindruckt“ von dem Zustand der Räume. Seine Frage „ob das Hauptproblem die Größe der Räume sei?“, kann Buch bejahen, aber auch gleich von möglichen Lösungen erzählen. Der Bauspezialist des Landkreises Thomas Buchert war vor einiger Zeit mit einem Mitarbeiter der Firma Kommunalplan an der ASS.

Die die beiden haben sich die Räume genau angesehen. Ihr Vorschlag: Die fünf Räume, die dem naturwissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung stehen, werden auf vier Räume zusammengelegt. Der Landrat warb um Verständnis, dass im Rahmen des Schulbauprogramms nicht alle Schulen gleichzeitig modernisiert werden können. Er versprach jedoch, sich mit den Verantwortlichen im Kreis des Problems anzunehmen.

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