Bei Kitabau nicht Pädagogik der Energetik unterwerfen

Wenig sonnige Aussichten?

Vorfahrt achten! Stop! Rechts abbiegen, heißt es nicht nur im katholischen Kindergarten. Die Schulanfänger haben kürzlich an der Förderaktion „Verkehrssicherer Heimweg“ teilgenommen. Dank der Unterstützung von acht Zimmerner Unternehmen konnte der Kindergarten Sicherheits-Sets im Wert von knapp 900 Euro erwerben. Foto: Fritsch

Groß-Zimmern - Der Kindergartenneubau auf dem Festplatz eilt, denn laut Gesetz besteht ab dem kommenden Jahr für alle unter Dreijährigen ein Anspruch auf Betreuung. von Gudrun Fritsch

Nach ausführlichen Tagungsterminen (wir haben berichtet) sollen der Gemeindevorstand und der Planungsausschuss (PU) abschließend über die noch offenen Fragen beraten und beschließen. Am Montag wurden im Ausschuss ergänzende Pläne der „Birli Architekten“ zur möglichen Modulbauweise diskutiert. Vorteile hierin sah Planer Daniel Jünger in der kürzeren Bauzeit. Allerdings überwogen in seiner Schilderung die Nachteile deutlich. die Planungsphase würde verlängert, da alles bis ins kleinste Detail bereits vorab festgelegt werden müsste. Man sei nicht mehr flexibel, spätere Umbauten wären kaum machbar und die Wärmebilanz sei nicht gut. „So etwas kann nur eine temporäre Lösung sein“, riet Jünger von der Modulbauweise ab.

„Ich bin enttäuscht von dieser akademischen Abhandlung“, kritisierte Peter Eickhoff von den Grünen erzürnt auch hinsichtlich des beigefügten Beispielbildes von der Kita in Mörfelden-Walldorf, die eher an eine Bauarbeiterunterkunft erinnert. Übereinstimmend entschieden sich die Politiker für die individuelle Massivbauweise in H-Form (wir haben berichtet).

Die von der FFA-Fraktion geforderte Untersuchung, ob sich für den Neubau eine Photovoltaikanlage (PV) lohne, brachte dann absolut keine sonnigen Aussichten und Eickhoff zum Platzen (“Ich fühle mich verarscht“).

Jünger hatte nämlich nicht die Dachform oder die Fläche angepasst, sondern lediglich eine aufgeständerte Konstruktion im Plan eingezeichnet, die das gesamte Gebäude verschandeln würde. Auf die Kritik von Kurt Werdecker (FDP/FFA) entgegnete Jünger: „Wir hatten bei unserer Planung und Ausrichtung andere Schwerpunkte“ und mahnte davor, nicht die Pädagogik der Energetik zu unterwerfen.

Eine andere Lösung war bei dem Konflikt jedoch in Sicht. Bürgermeister Achim Grimm berichtete von einer PV-Anlage als Schenkung der HSE. Auch im Gemeindevorstand habe man gesehen, dass eine solche Anlage auf dem geplanten Gebäude keinen Sinn mache.

Doch brauche man auf das Geschenk nicht zu verzichten, denn es könne auch auf einer anderen, geeigneteren Liegenschaft der Gemeinde installiert werden.

Auf Antrag der Grünen wurde vor Einreichung des Bauantrages ein Gesamtkonzept des Festplatzes vorgestellt, das auch Zu- und Abfahrten, die Gestaltung der Angelgartenstraße zwischen Kita und Feuerwehr, die Anordnung von Stellplätzen sowie die Freiflächengestaltung von Kita und Jugendplatz berücksichtigt.

Gelobt wurden die Erläuterungen von Tobias Lauer und Bastian Laub, die in der Projektwerkstatt mit Jugendlichen einen Plan erstellt haben. „An dieser Nutzung sollte unbedingt festgehalten werden“, betonte Marianne Streicher-Eickhoff (Grüne), schließlich sei der Jugendplatz seit langem versprochen.

Ein Problem beim Zugang zur Kita ist der Höhenunterschied, denn das Gebäude wird 81 Zentimeter höher liegen als die Straße, was eine Rampe erforderlich macht. Besonders schwierig erwiesen sich die Parkplätze. Hier schlug Bauamtsleiter Klaus Keller vor, eine Einbahnstraße zwischen den Wohnhäusern und dem Kitagebäude anzulegen. Auf der 9,50 Meter breiten Straße könnten bis zu zehn Längsparkplätze entstehen. Vier unterschiedliche Varianten der Parkraumgestaltung wollen die Ausschussmitglieder nun berechnet wissen.

Die sollen nach Möglichkeit zur Entscheidung der Gemeindevertretersitzung vorliegen.

‹ Das Parlament tagt am Mittwoch, 2. Mai, um 20 Uhr im Obergeschoss des Rathauses.

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