Kinder der Schule im Angelgarten spenden Reis und Tee für dieTafel / Länger haltbare Lebensmittel sind Mangelware

Wenn zu wenig Geld da ist für den Einkauf

Serkan (links) und Florian tragen den Tee. Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern/Dieburg - 170 Päckchen Reis und 150 Kartons Tee haben die Kinder der Schule im Angelgarten (SiA) für die Dieburger Tafel gesammelt. Artikel, die die Geschäfte selten an die Tafel abgeben und die deshalb besonders gefragt sind. Von Ulrike Bernauer

Gestaunt haben die Schüler über die große Menge an Päckchen, die sich in ihrer Schule angesammelt haben. Drei Kisten mit Tee schleppen am Montagmorgen acht von ihnen vom Midkom-Bus bis zum Verkaufsladen der Dieburger Tafel. Den Reis, der doch erheblich schwerer ist, trägt „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienstler) Marco Schneider.

Die Schüler wollten nicht nur für einen wohltätigen Zweck sammeln, sondern auch mit eigenen Augen sehen, wie ihre Spende verwendet wird. Deshalb ist aus jeder der acht Klassen der Zimmerner Grundschule ein Schüler mitgekommen.

„Sie sollen dann ihren Mitschülern erzählen, was sie hier erfahren haben“, sagt Elternbeiratsmitglied Astrid Geiß. Ganz besonders haben sich die beiden Viertklässlerinnen Emetiss und Renja vorbereitet. Sie haben Block und Stift mitgebracht und stellen dem stellvertretenden Leiter der Tafel, Klaus Ewald, viele Fragen. So wollen sie beispielsweise wissen, ob auch Obdachlose bei der Zimmerner Tafel einkaufen können. Antwort von Ewald: „Obdachlose kommen eher selten, diese Menschen haben andere Stellen, wo sie ihre Lebensmittel bekommen.“

Große Augen machen die Kinder, als Ewald das System der Tafel im eigentlichen Verkaufsraum beschreibt. Er hält einen Einkaufskorb hoch und erklärt: „Wenn der voll ist, dann kostet er 1,50 Euro, egal was da alles drin ist.“

Ewald spricht aber auch über den Nachteil beim Einkauf in der Tafel. „Es ist nicht immer alles da. Man kann also nicht so aussuchen wie im Supermarkt.“

Ganz viele Kinder seien aber immer nach Weihnachten und Ostern glücklich. Dann erhält die Tafel nämlich die Schokoladen-Weihnachtsmänner und die Ostereier, die übrig geblieben sind.

Die Schüler sehen nicht nur den Verkaufsraum, sondern dürfen auch in das Lager und in den Raum, in dem Obst und Gemüse sortiert werden. Sie bestaunen auch den Einsatzplan für rund hundert Mitarbeiter, die fast alle ehrenamtlich arbeiten.

Die „Verkäuferinnen“ im eigentlichen Laden haben inzwischen den Tee und den Reis, den die SiA-Schüler gebracht haben, zur Hälfte in die Regale einsortiert, der Rest wandert ins Lager.

Als die ersten Kunden kommen, müssen die Kinder wieder zurück, denn die dritte und vierte Schulstunde wartet nun auch auf diese SiA-Schüler.

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