„Wenn man will, geht vieles“

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Stefan Fröhlich und seine Familie.

Groß-Zimmern ‐ Zwei Wildschweinfelle weisen den Weg zum Wohnzimmer, wo die 15 Monate alte Helene begeistert den „Wauwau“ alias Irish Setter-Rüde Portas verfolgt. Das Schwarzwild ist ein Synonym für das glückliche Familienleben der Fröhlichs, das im Sommer durch ein zweites Kind bereichert wird. Von Ursula Friedrich

Mit einem erlesenen Wildschweingericht hat Stefan Fröhlich (43) seinerzeit Vera Buchert erobert. „Ich dachte immer, sie könnte mich nicht leiden“, erzählt der passionierte Jäger, Hobbykoch und mögliche künftige Bürgermeister mit einem liebevollen Blick auf seine Frau. Ob es an der „Lende im Blätterteig“ lag, dass sie schwach wurde, verschweigt die studierte Juristin mit süffisantem Grinsen. Neben den Qualitäten in der Küche liebt sie ihren Mann für seine „Neugier, Toleranz und Bodenständigkeit, Lebensfreude und die Fähigkeit, sich in andere hineinzusetzen“, startet sie ihre noch wesentlich längere Aufzählung. Gemeinsam haben Vera und Stefan Fröhlich eine Entscheidung getroffen, die in der Kandidatur des waschechten Zimmerner Bubs für das Amt des Bürgermeisters gipfelte.

„Hier ist meine Heimat, hier will ich etwas tun“, sagt der Sozialdemokrat prägnant. Und dieses Anliegen reduziert sich nicht auf eine Wahlperiode als Verwaltungschef. Die finanzielle Sanierung des Gemeindehaushaltes, aber auch eine gute Kinderbetreuung sowie der Natur- und Umweltschutz stehen ganz oben auf seiner Agenda. „Wenn man will, geht vieles – gemeinschaftlich“, ist die Maxime des Bankkaufmanns, der auf eine neue Streitkultur im Parlament hofft, denn: „Die Gemeinde leidet unter engstirniger Politik.“ Als Standortfaktor plädiert er für den Ausbau der Kinderbetreuung: „Hier wohnen so viele beruflich qualifizierte Frauen, die einen Halbtagsjob annehmen müssen, damit es irgendwie mit den Kindern klappt.“

Beharrlich kann er auch privat sein

Der Naturbursche und engagierter Umweltschützer will auch in dieser Hinsicht engagiert alle an einen Tisch holen. „Je früher wir unsere Hausaufgaben machen, desto besser“, sagt er besonders in Bezug auf die marode Haushaltslage. Zur SPD hat Fröhlich 1989 gefunden. Antrieb war damals das Ringen um ein Jugendzentrum, ein Anliegen, das von der CDU „strikt abgelehnt wurde“.

Bei den Zimmerner Sozialdemokraten fand er seine politische Heimat – „als es das Jugendzentrum dann endlich gab, war ich allerdings zu alt.“ Dass Politik oft einen langen Atem braucht, damit weiß er umzugehen. Beharrlichkeit kann er auch privat an den Tag legen. So wurde etwa über viele Wochen ein Gänseei ausgebrütet. Der Gänserich lebt inzwischen bei Schwiegervater Roland Buchert an der Obermühle. Zu ihm hat der Bürgermeisterkandidat inzwischen einen guten Draht, „obwohl er an der Fachoberschule mein Lehrer war.“ Das präge das Verhältnis noch immer ein wenig. „Er fragt mich immer noch ab und gibt mir Fachbücher.“ Mit Herzblut, starkem Engagement in den Vereinen und Verbänden, aber auch im persönlichen Gesprächen mit den Bürgern sowie der Unterstützung von Partei und Familie wirbt Fröhlich um die Gunst der Wähler.

Seine erste Amtshandlung als Bürgermeister hat er bereits im Kopf: „Ich hätte gerne einen Piepser der Feuerwehr. Die Jungs müssen Tag und Nacht raus und ich würde ihnen gern vor Ort sagen: Ihr macht einen tollen Job.“

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