Politiker stellen Fragen zum Sinn Betreuungskonzeptes / Konferenzteilnehmer sehen sich als Anwalt der Kinder

„Wer von uns ist denn hier auf der Insel?“

Den Entwurf für das Betreuungskonzept überreichten Christiane Hucke (links) , Tom Hicking (hinten) und Sabine Bernhard an Bürgermeister Achim Grimm, der ihn dankend annahm. Foto: Fritsch

Groß-Zimmern (guf) - Erst heftiges Piepsen und Knacksen, dann ertönt laut die Stimme von Bürgermeister Achim Grimm aus den widererwartend doch funktionierenden Verstärkern.

Rund 60 Teilnehmer der „Konferenz zur Zukunft der Kinder- und Jugendbetreuung in Groß-Zimmern“ sind am Montagabend im Rathaus vertreten. Die Pädagogen, Lehrer, Schulleiter, und Eltern haben in den vergangenen Monaten ein Konzept zur Weiterentwicklung der Betreuungsangebote erstellt, das sie nun offiziell an die Gemeinde übergeben.

„Wir können das nur gemeinsam schultern“, betont Grimm mit Hinweis auf die finanzielle Lage und Moderator Tobias Lauer von der Projektwerkstatt beschreibt den Ablauf. Für den Bereich der unter Dreijährigen skizziert Christiane Hucke vom MehrGnerationenHaus die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die Situation der über Dreijährigen beschreibt AG-Mitglied Sabine Bernhard (Projektwerkstatt) und auf die Lage der nachschulischen Betreuung geht Jugendpfleger Tom Hicking ein.

Nachdem Lauer die abschließende Zielsetzung hervorhebt, die Gemeinde möge zur besseren Koordination der Betreuungsbereiche eine eigene Anlaufstelle schaffen, werden Fragen erörtert.

„Was soll denn nun eigentlich die Politik tun?“, will der Erste Beigeordnete Hans Wichmann wissen. Ähnlich wie er verstehen viele der anwesenden Kommunalpolitiker nicht, was man mit dem Konzept erreichen will. Wünsche würden geäußert, aber keine konkreten Handlungen genannt. „Wir hätten uns mehr Unterstützung durch die Politik gewünscht“, kritisiert eine Teilnehmerin und beschreibt die Arbeit der Konferenz als „isoliert auf der Insel.“ Gegen ein laut getuscheltes „Wunschkonzert“ wehren sich die Pädagogen. „Wir sehen uns als Anwalt der Kinder und wollen den dringenden Handlungsbedarf aufzeigen“, betont die Leiterin der Schule im Angelgarten, Martina Goßmann.

„Wer ist denn hier auf der Insel?“, fragt Jost Scharna zurück. Seit kurzem ist er im Gemeindeparlament und kritisiert, dass sich die Bürger viel zu wenig einbringen. In den Ausschüssen würden genau diese Themen behandelt, hier sei die richtige Bühne, darüber zu reden. Den Disput nutzte Lauer für das Schlusswort: „Fazit unserer Arbeit ist auch, dass man mehr miteinander reden muss.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare