„Werzborre“ mit Minze und Kamille

+
Geweihte Kräutersträuße verteilen Hannelore Wiedekind und Pfarrer Christian Rauch an die Gottesdienstbesucher.

Klein-Zimmern (bea) ‐ Voll war es am Samstagabend in der Klein-Zimmerner katholischen Kirche. Iris und Klaus Burger feierten ihre silberne Hochzeit ganz feierlich mit Segen im Gotteshaus und am Vorabend des Festes Mariä Himmelfahrt wurden die Kräuter geweiht. Den ersten Strauß Kräuter erhielt das silberne Hochzeitspaar, das sich diesen Termin für seine Jubelfeier extra ausgesucht hatte, aus der Hand von Pfarrer Christian Rauch.

Die anderen Gottesdienstteilnehmer empfingen ihren Strauß aus Kräutern und Wildblumen erst am Kirchenausgang. Brigitte Köbel-Kahlert und Hannelore Wiedekind verteilten die Büschel, die Haus, Stall und Bewohner vor Bösem schützen, bei Krankheiten von Vieh und Menschen helfen und der Fruchtbarkeit, besonders des Viehs, dienen sollen.

Seit rund 20 Jahren sammeln die Frauen des Kultur- und Kerbvereins die Werzborre, wie der Kräuterstrauß um Dieburg herum genannt wird“, erklärte Köbel-Kahlert.

Brauch ist die Weihe der Kräuter in vielen katholischen Gegenden, die Zusammensetzung des Straußes ist jedoch sehr unterschiedlich.

Beim Kräutersammeln immer nass geworden

Das silberne Hochzeitspaar Iris und Klaus Burger erhält von Pfarrer Christian Rauch einen Kräuterstrauß.

In Klein-Zimmern kommen neben allen Getreidearten noch Schafgarbe, Flockenblume, Kamille, Rainfarn, Johanniskraut, wille (wilde) Pfefferminze, Königskerze, Kohldistel und allerlei Kräuter mehr in die Werzborre. Gesammelt wird auf Wiesen und am Feldrand, gefunden wird allerdings nicht in jedem Jahr alles. „Aufgefallen ist mir in den letzten Jahren, dass es immer Gewitter, Regen oder sonst etwas gab“, sagte Köbel-Kahlert heiter. „Auf jeden Fall werden wir beim Sammeln fast immer nass“. Allzu früh können die KuK-Frauen die Kräuter nicht suchen, schließlich sollten sie sich bis zur Weihe in der Kirche noch gut halten.

Kräuterbüschel für jeden

Sehr begehrt waren die Kräuterbüschel, jeder der Gottesdienstbesucher wollte einen mitnehmen. „Bei mir hängen bestimmt die Werzborre der letzten sieben Jahre noch im Haus“, erklärte Köbel-Kahlert. Auch einige Groß-Zimmerner Gemeindemitglieder freuten sich über einen Klein-Zimmerner Kräuterstrauß.

Wenn unsere beiden Gemeinden zusammen wachsen sollen, dann müssen wir uns auch mal gegenseitig beim Gottesdienst besuchen“, kommentierte die Groß-Zimmernerin Rosemarie Busch-Maiwald ihren Ausflug nach Klein-Zimmern.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare