Vieles hat sich geändert, aber diese Abhängigkeit ist geblieben

Wetter spuckt den Bauern in die Suppe

Groß-Zimmern - „Im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“, so heißt es in einem deutschen Volkslied. Der März ist gekommen, die Rösser treiben sich schon lange nicht mehr auf Äckern herum, es sei denn als Pferdestärken unter den Motorhauben leistungsstarker Traktoren. Von Ulrike Bernauer

Eines aber ist wie früher geblieben, wie keine andere Berufsgruppe ist der Landwirt abhängig vom Wetter.

Der strenge Frost im Februar kam für viele Landwirte zur Unzeit. Gerade jene, die Getreide anbauen, fürchten um ihre Herbstaussaaten. Jörg Dressel vom Dresselhof kann noch nicht genau sagen, wie sich die Minusgrade auf sein Getreide ausgewirkt haben. „Der Weizen sieht übel aus, alles ist gelb. Aber das kann sich auch noch verwachsen“, sagt der Landwirt. „Wir haben in unserer Gegend mit dem gemäßigten Klima noch Glück gehabt.“ Dressel rechnet nicht mit starken Einbußen. Es könne zwar sein, dass manche Pflanze erfroren ist, dafür würden jedoch später die anderen bei entsprechender Düngung um so mehr austreiben. „Entscheidend für mich ist, wie viel ährentragende Halme ich im Sommer ernten kann, egal von wie vielen Pflanzen.“

Keinen Unterschied kann Thomas Schaffer vom Birkenhof zwischen seiner Bioaussaat und dem konventionellen Weizen entdecken. „Es hat beide Aussaaten schwer gebeutelt. Sie sind durch den Frost sozusagen vertrocknet. Wir hatten 14 Tage bis zu minus 20 Grad.“

Der Klein-Zimmerner Landwirt glaubt allerdings nicht, dass die Schäden so stark sein werden, dass es lohnen würde, den Acker umzubrechen, also die Aussaat unterpflügen, um das Feld mit einer anderen Frucht neu zu bestellen. „Wir sind wohl noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.“

Bei den Erdbeeren wird es Einbußen beim Ertrag geben, da ist sich Schaffer ziemlich sicher. „Normalerweise sieht man um diese Zeit bei den Pflanzen schon einen Austrieb. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall.“ Um seinen Spargel macht sich der Klein-Zimmerner Landwirt kaum Gedanken, „der ist viel tiefer im Boden und wir bewirtschaften das grüne Gemüse auch nicht so stark.“

Für viele Kulturen bringt der Frost allerdings auch Vorteile. „Wir haben in diesem Jahr eine Super Bodengare“, sagt Dressel. Durch den Frost ist der im Herbst gepflügte Acker geschrumpft, später hat er sich wieder ausgedehnt. Das hat zu einem lockeren Boden ohne grobe Schollen geführt, der gut für Aussaaten geeignet ist. „Mais und Kartoffeln profitieren von dieser Bodengare. Allerdings hätten wir die auch mit minus fünf Grad“, so Dressel.

Wann er seine Kartoffeln in die Erde bringen kann, weiß er noch nicht. „Der Boden muss erst mal ein wenig warm werden. Die Kartoffel will Wärme und braucht mindestens zehn Grad Bodentemperatur.“

Die Zeit, um die Kartoffeln zu pflanzen, beginnt normalerweise um den 25. März. Hauptpflanzzeit ist dann Mitte April.

Die momentanen nächtlichen Fröste sorgen allerdings nicht dafür, dass sich der Boden schnell erwärmt.

Auf der Wunschliste der Landwirte steht im März noch ein wenig Regen. Die Niederschläge im Dezember und Januar sorgen derzeit noch für Feuchtigkeit, da die Böden um Groß- und Klein-Zimmern das Wasser recht gut halten können. „Aber Regen jetzt im März wäre sehr schön“, sagt Dressel.

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