Wieder Schwestern im Haus

Das Haus in der Reinheimer Straße wird bald von den indischen Schwestern bezogen. Fotos: Friedrich

Groß-Zimmern (ula) - Nach gut 20-jähriger Pause wird das Schwesternhaus in der Reinheimer Straße 12 bald wieder seinem ursprünglichen Zweck dienen.

In rund drei Wochen werden die beiden indischen Ordensschwestern Mariana und Rosily dort einziehen, um den pastoralen Dienst der Pfarrgruppe St. Bartholomäus zu unterstützen und in vielen sozialen Bereichen der Gemeinde tätig zu sein. „Wir freuen uns schon sehr auf die Schwestern“, sagte Waltraud Emich, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in Groß-Zimmern. Eine dritte Ordensschwester wird im Oktober erwartet. Um den Nonnen des Ordens der „Dienstmägde Mariens“ eine neue Heimat zu bieten, wurde das sanierungsbedürftige alte Schwesternhaus in einem mannigfaltigen Kraftakt von Grund auf in Stand gesetzt.

Das 1894 errichtete Gebäude erhielt eine neue Heizung, neue Elektrik, Böden und teilweise Fenster, ein Treppenhaus sowie eine Dachisolierung. Es wurde innen neu verputzt und tapeziert. Größere Umbaumaßnahmenwaren im ersten und zweiten Stock nötig.

Hier wurde das Dachgeschoss überwiegend in Eigenhilfe ausgebaut, was die Bautrupps rund ein Jahr lang viel Schweiß und Freizeit kostete.

Auch bei den Reinigungsarbeiten hilft Waltraud Emich gern. Foto: Friedrich

Doch das Ergebnis macht stolz: Die Schwestern, die in Groß-Zimmern einen Konvent gründen möchten, werden in eine rundum neue Vier-Zimmer-Wohnung einziehen können. Hier war vor dem Umbau die einzige Mietpartei des Hauses untergebracht. Für diese Familie wurde das Untergeschoss renoviert, das ebenfalls kurz vor der Fertigstellung steht.

Unterm Dach befindet sich ein großer Gebetsraum kurz vor der Vollendung. Der dort angegliederte Aufenthaltsraum soll auch anderen Gruppen der Gemeinde dienen, etwa den Firmlingen oder dem katholischen Kindergarten. So wird das Haus nach zwanzig Jahren erneut seinem Namen als „Schwesternhaus“ Rechnung tragen.

Zur Geschichte

Das caritative Engagement der ehemaligen Gemeindeschwestern mag älteren Bürgern noch gut in Erinnerung sein. 97 Jahre lang, bis zum Dezember 1989, waren die Frauen im Sozialwesen tätig.

Foto: Friedrich

Insbesondere im katholischen Kindergarten, der durch eine Pforte im Garten rasch erreicht werden kann, engagierten sich die Gemeindeschwestern. Dies wird auch in Zukunft so sein. Eine der beiden Ordensschwestern wird eine halbe Stelle im Kindergarten ausfüllen. Alle drei werden jedoch vielfältig, primär seelsorgerisch tätig sein. Dies umfasst Sterbebegleitung ebenso wie häusliche Krankenbesuche und Hilfe im Krankenhaus St. Rochus in Dieburg.

Damit die Schwestern mobil sind, wurden bereits Fahrräder organisiert. Auch Möbel, eine Küche, sogar eine Nähmaschine haben die ehrenamtlichen Helfer zusammengetragen.

„Die Schwestern kommen ja nur mit einem Koffer“, erzählt Emich. Spenden von Firmen und Privathaushalten machten die Möblierung möglich. Am rund einjährigen Umbau und der Renovierung des Hauses unter der Bauleitung von Hans Hix wirkten einzelne Gemeindemitglieder sowie Gruppen mit, nämlich die Pfadfinden, die katholische junge Gemeinde und die Kolpingfamilie.

Den Schwestern Mariana und Rosily will die Gemeinde einen schönen Empfang bereiten. Am Dienstag, 9. August, um 18 Uhr wird zur Begrüßung ein Festgottesdienst in der St. Bartholomäus Kirche veranstaltet. Danach wird das Schwesternhaus eingesegnet und es findet im dortigen Garten ein Empfang statt.

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