Wildkatzenprojekt in Hessen

Der Wildkatze auf der Spur?

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Förster Martin Starke (links) und Naturschützer Uwe Avemarie betrachten die Ausrüstung, die sie benötigen, um das Vorkommen von Wildkatzen nachzuweisen.

Groß-Zimmern - Bisher wurde im Messeler Hügelland noch kein Tier anhand von Haarproben belegt. Die Hoffnung stirbt zuletzt und die Naturfreunde wollen so schnell nicht aufgeben.

Naturschützerin Sarah Friedrichsdorf konnte beim Treffen in der Waldschule am Donnerstag jedoch nur eine schlechte Nachricht verkünden: In der letzten Saison war im Messeler Hügelland kein Beweis für das Vorkommen von Wildkatzen gefunden worden. Olaf Solms, Lehrer und Katzenliebhaber, nicht nur der wilden Exemplare, hatte sich im Winter und im Frühjahr mit auf die Suche nach der Katze gemacht (wir haben berichtet). Insgesamt 18 Lockstöcke waren im vergangenen Januar in den Wäldern zwischen Darmstadt und Dieburg, Roßdorf und Messel aufgestellt worden. Mit Baldrian imprägniert sollen diese Stöcke Katzen anlocken und sie dazu verleiten, sich an dem Holz zu reiben. Die Naturschützer, darunter auch Solms, kontrollieren die Stöcke auch weiterhin in regelmäßigen Abständen. Finden sich Haare daran, dann werden diese sorgfältig entnommen und an das Senckenberginstitut geschickt, wo sie genetisch untersucht werden. Die Wissenschaftler fanden allerdings nur Haare von Fuchs, Reh und Wildschwein, tierische Artgenossen, von denen bereits bekannt ist, dass sie in den hiesigen Wäldern heimisch sind.

Am Donnerstag diskutierten die Naturschützer mit Friedrichsdorf, die bis jetzt das Projekt „Rettungsnetz für die Wildkatze in Hessen“ für den BUND betreute, und Karsten Heinrich von der unteren Naturschutzbehörde darüber, wie das Projekt nun weiter verlaufen soll. Die Betreuer der Lockstöcke, jeder kümmert sich um zwei Gebiete, berichteten von ihren Erfahrungen und man diskutierte, ob die Stöcke versetzt werden sollen. Das wurde aber nur in einem Fall beschlossen, weil sich das bisherige Gebiet als zu stark vom Menschen frequentiert erwiesen hatte. Man wolle die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Existenz der Wildkatze, die in Deutschland unter der Zersiedelung der Landschaft leidet, hier nachgewiesen werden kann. Schließlich habe es ernst zu nehmende Meldungen von Sichtungen des nachaktiven Vierbeiners gegeben. Also werden die Naturschützer ab Januar wieder durch den Wald streifen, bewaffnet mit Baldrian und Sammeltüten für Haare, von denen hoffentlich auch welche von einer Wildkatze stammen.

bea

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