„Wir treten weiter auf der Stelle“

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Mit Auto, Traktor und Bobby-Car fahren die Kleinen in der Blumenstraße auf dem eigenen Kreisverkehr. Der wird eventuell demnächst mit einem Container zugestellt.

Groß-Zimmern -  Während andere Kommunen eifrig am Angebot der Betreuungsplätze für unter-Dreijährige (U-Drei) arbeiten, ist die Entwicklung in Zimmern eher rückläufig. Von Gudrun Fritsch

Nicht etwa, weil es an der Nachfrage fehlt, sondern weil es bereits bei den über-Dreijährigen (Ü-Drei), eng wird, die schon jetzt einen Rechtsanspruch auf einen Platz haben. Während man im Juni für das kommende Kindergartenjahr noch von rund 40 überschüssigen Ü-Drei-Kindern (also zwei Gruppen) ausging, ist diese Zahl aktuell auf 20 gesunken - eine ortstypische Fluktuation, die auch den Schulen bei der Klassenbildung immer wieder Probleme bereitet.

Aber egal, ob ein Ü oder U vor der Drei steht, sicher ist, dass möglichst zügig zusätzliche Kindergartenplätze geschaffen werden müssen. Bereits im laufenden Jahr wurden einige der vorhandenen U-Drei- zu Ü-Drei-Kindern, neue Plätze für Nachrücker blieben jedoch aus.

Insgesamt bietet die Gemeinde rund 485 Kindergartenplätze an, wegen des Mehraufwandes für Integrationsmaßnahmen seien die jedoch um rund 40 Plätze reduziert, erklärt Nicole Schild, Leiterin des Kindergartens Wichernweg.

Mit Auto, Traktor und Bobby-Car fahren die Kleinen in der Blumenstraße auf dem eigenen Kreisverkehr. Der wird eventuell demnächst mit einem Container zugestellt. Fotos (2): Fritsch

In den Gemeinde-Einrichtungen hat gestern die zweiwöchige Schließzeit begonnen. Obwohl sich eine Arbeitsgruppe rechtzeitig und intensiv mit der Problematik beschäftigt hat, ist bisher nichts geschehen. „Wir treten weiter auf der Stelle“, kommentiert Schild die Nachricht aus Klein-Zimmern. Hier hatte Bürgermeister Achim Grimm am Mittwoch einen Termin mit der Kindergartenaufsicht. Geprüft werden sollte, ob sich das katholische Pfarrhaus, das direkt an den Kindergarten Blumenstraße grenzt, zur Nutzung eignet. Eine Lösung, die die Erzieherinnen nach dem Auszug von Pfarrer Herbert Wendt vorgeschlagen hatten. „Für berufstätige Eltern ist ein Schlenker über Klein-Zimmern in der Regel kein Hindernis. Auf der Nachrückerliste bleiben die Kinder in ihrem Einzugsbereich stehen und könnten später wechseln. Einen Wunschplatz können wir schon lange nicht mehr bieten“, so Schild. Doch die Klein-Zimmerner Lösung scheint wegen notwendiger Umbauarbeiten der Sanitäranlagen zu teuer.

Verhandlungen der Gemeinde mit dem Kreis zur eventuellen gemeinsamen Nutzung des alten Schulhauses in der Wilhelm-Leuschner-Straße dauern noch an. „Vorbehaltlich der Zustimmung könnte ein Kaufvertrag vorgesehen und 2012 mit den Umbauarbeiten begonnen werden“, teilte Kreispressesprecherin Jutta Janzen dem LA mit. Jetzt befürchten alle eine Containerlösung.

Für den Wichernweg mit bereits 100 Kindern ein Albtraum. Die Klein-Zimmerner müssten auf ihre kleine Straßenanlage verzichten. Zudem wäre der Container nur eine Übergangslösung. Fest steht, dass neben den Ü-Drei bereits jetzt noch mindestens sieben U-Dreier unterkommen müssten. Ab 2013 hat auch diese Altersgruppe einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Und woher auf die Schnelle eine zusätzliche Erzieherin kommen soll, steht ebenfalls nicht fest.

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