Kandidaten der „Internationalen Liste“ stellen sich vor

„Wir wollen uns einsetzen und mitgestalten“

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Ein gutes Team sind die Mitglieder der „Internationalen Liste“ (von links) Hatice Durmaz, Vito Fagiolino, Anna Wolf und Akkoyun Meral (im Bild fehlt Ieroklis Soumelidis).

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Es gibt in der Gemeinde und im Landkreis viele Angebote für Ausländer. Aber man muss sie sehen und nutzen“, sagt Anna Wolf (47). Sie will Menschen aus der Fremde helfen hier besser zurecht zu kommen. Deshalb kandidiert die Deutsch-Italienerin mit der Internationalen Liste (IL) für die Ausländerbeiratswahl. Aktuell kümmert sie sich beim Diakonischen Werk um Demenzkranke und betont: „Es gibt hier auch sehr viele ältere Ausländer.“ Seit 20 Jahren lebt die gelernte Bürokauffrau in Zimmern. „Meine 15-jährige Tochter spricht vier Sprachen“, erzählt sie und hebt damit auch Vorteile der Migration hervor.

Die Türkin Meral Akkoyun (38), Mutter von drei Kindern zwischen vier und 16 Jahren, ist hier geboren. Auch sie spricht akzentfrei Deutsch und will helfen, Probleme zu lösen und vermitteln. „Wir können Brücken bauen, wollen uns hier auch aktiv einsetzen und mitgestalten“, beschreibt sie die Vorteile des Ausländerbeirates.

„Viel ist möglich, wenn die Fremden aus dem Wohnzimmer rausgehen“, meint Vito Fagiolino (33). Er fühlt sich „von A bis Z integriert. Meine Eltern sind früher nur von zu Hause zur Ziegelei und mal zum Plazza gegangen“, berichtet der junge Vater. Der Italiener ist zwar Mitglied der CDU, betont aber „für den Ausländerbeirat spielt Parteipolitik keine Rolle.“

Als alleinerziehende Mutter einer neunjährigen Tochter hat es Hatice Durmaz (39) nicht leicht. Seit zehn Jahren lebt die Türkin in Zimmern und fühlt sich hier sehr wohl. Seit kurzem ist sie beim Landkreis angestellt und arbeitet in der Mensa der Albert-Schweitzer-Schule. „Ich will helfen, die Kulturen einander näher zu bringen“, sagt sie und schwärmt vom „Fest der Kulturen“, das kürzlich erstmals stattfand. Aktiv beteiligt daran waren alle der „Internationalen Liste“, denn sie arbeiten engagiert in Gruppen der „Projektwerkstatt“ mit.

Seit die Wahlplakate hängen werden die Kandidaten häufig besonders auch von Jugendlichen angesprochen. „Die sind alle begeistert und freuen sich, dass wir etwas machen“, erzählt Akkoyun.

Thematisch stellen die fünf IL-Kandidaten unter anderem die Förderung der Kleinen in Kindergarten und Schule, den muttersprachlichen Unterricht, die qualifizierte Berufsausbildung Jugendlicher, die Bekämpfung von Diskriminierung sowie bessere Information auch für hier lebende ausländische Senioren in den Mittelpunkt.

Wieso es in den letzten Jahren in Zimmern keinen Ausländerbeirat gab, verstehen sie nicht. „Wir finden das Gremium eine sehr gute Sache, egal, wer am Ende gewählt wird“, meint Wolf. Den vielen Unterstützern wollen sie danken: „Die Mitarbeiter im Rathaus und der Projektwerkstatt sowie Despina Spanidou vom Integrationsbüro des Landkreises haben uns sehr viel geholfen“, betont Akkoyun.

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