Was wird Programm?

+
Das Glöckelchen, einst Schule und Rathaus, ist Sitz des gleichnamigen Kulturvereins.

Groß-Zimmern - Wie geht es weiter mit dem Glöckelchenverein? Das war die bestimmende Frage, zu deren Erörterung Bürgermeister Achim Grimm, der zurzeit kommissarischer Vorsitzender des Kulturvereins ist, am Montagabend in den Gewölbekeller des alten Rathauses eingeladen hatte. Von Ulrike Bernauer

Gekommen waren nicht nur Mitglieder des Träger- und des Fördervereins, sondern auch einige Künstler, die ebenfalls eine Einladung erhalten hatten. Nachdem Manfred Göbel sich im letzten Jahr als Vorsitzender des Trägervereins zurückzogen hat und Otto Herdt, der das musikalische Programm maßgeblich beeinflusste, ebenfalls nicht mehr zur Verfügung steht, gibt es Schwierigkeiten, ein Programm auf die Beine zu stellen.

Zudem wollte Bürgermeister Grimm wissen, ob es überhaupt noch einen Bedarf an den Kulturangeboten gibt. Die letzte Frage wurde am Ende des Abends mit einem klaren und eindeutigen „Ja“ beantwortet. Wie es personell weitergehen soll, ist hingegen noch unklar.

Wunschkandidat wäre Dr. Paul Wucherpfennig gewesen

Für viele der Anwesenden wäre Dr. Paul Wucherpfennig der Wunschkandidat gewesen, ihn hätte man gerne ins Boot geholt. Der in Groß-Umstadt lebende Zimmerner organisiert dort mit Erfolg die Kulturarbeit zusammen mit dem Stadtmarketing. Der Wahl-Umstädter erteilte zwar keine direkte Absage, erklärte sich aber auch nicht bereit, direkt im Förderverein mitzuarbeiten. Sängerin Magdalena Hermann, die auch schon selber im Kulturprogramm des Glöckelchen aufgetreten ist, konnte sich hingegen eine Mitarbeit im Trägerverein vorstellen.

Diskutiert wurde auch das Verhalten der Zimmerner Bürger, die wohl nicht mit allen Veranstaltung etwas anfangen können. So seien viele Events zwar gut besucht gewesen, aber eben mehr von Auswärtigen als von Zimmerner Bürgern. Das betreffe nicht nur das Programm im „Glöckelchen“, sondern beispielsweise auch die Märkte des Kunstgenuss’ im Dresselhof. „Besuche ich einen solchen Markt, treffe ich wenig Menschen, die ich kenne, obwohl immer viele Besucher kommen“, so Grimm.

Einige Vorschläge wurden gemacht. So könnte es künftig jährlich eine Veranstaltung geben, die mit einem bekannten Künstler lockt, schlug der ex-Vorsitzende Göbel vor. Dafür könnte der Verein ruhig einmal mehr Geld in die Hand nehmen. „Für die Zimmerner muss klar sein, da musst du schnell eine Karte holen, sonst ist die Veranstaltung ausverkauft und ich habe wirklich etwas verpasst“, so Göbel.

Künstler-Kooperation mit Groß-Umstadt

Eine andere Idee war, mit Groß-Umstadt insofern zu kooperieren, dass Künstler in beiden Gemeinden auftreten. Das würde sich sowohl für die Akteure als auch für Groß-Zimmern und Groß-Umstadt lohnen. Beispielsweise könnten sich die beiden Gemeinden die Werbung und das Marketing teilen. Mit Wucherpfennig habe man jemanden, der Kontakte zu Künstlern habe und sich auch bestens im Marketing und der Werbung auskenne. Der so Umworbene wollte aber an diesem Abend keine Zusage zu einer möglichen Mitarbeit machen. Vorgeschlagen wurde auch, den oberen Saal des Kulturzentrums attraktiver zu gestalten. So mancher der Anwesenden empfindet ihn als zu kahl und nüchtern.

Bis zur nächsten Sitzung wollen die Teilnehmer die Ideen und Vorschläge erst mal überdenken. Grimm hofft, dass außer Magdalena Hermann noch andere Zimmerner zur Mitarbeit im Trägerverein bereit sind, dessen vorrangige Aufgabe es ist, das Jahresprogramm zu erstellen.

Klar war hingegen allen Beteiligten, dass man auch weiterhin das Glöckelchen mit Leben erfüllen will, und zwar am liebsten mit auf das Gebäude zugeschnittenen Veranstaltungen wie die des Cabaret Paris.

Kommentare