Spendebereitschaft wird weniger / DRK lädt zu Sondertermin im Februar ein

„Es wird viel Blut gebraucht“

Groß-Zimmern J Beim ersten Blutspendetermin des Jahres ließen sich in der Mehrzweckhalle 256 Personen einen Teil ihres Lebenssaftes abzapfen. Trotz guter Beteiligung: Die Spendebereitschaft geht landesweit zurück. Von Ursula Friedrich

„Im letzten Jahr hatten wir etwa 1 060 Spender, im Jahr zuvor noch 1 200“, berichtete Bettina Gibson-Altmann, Vorsitzende der DRK-Ortsvereinigung, die auch diesmal mit 33 Helfern anpackte, um die Veranstaltung zu stemmen. 17 Mitarbeiter des hessischen DRK-Blutspendeteams untersuchten die Spendewilligen und nahmen ihnen je einen halben Liter ab.

Nicht nur in Groß-Zimmern hat die Spendebereitschaft nachgelassen. Der Trend ist landesweit zu verbuchen. „In Hessen haben wir einen Spendenrückgang von zehn bis zwölf Prozent“, so Eric Max vom DRK-Blutspendedienst. Gerade junge Spender fehlten, so seine Beobachtung. Allerdings seien auch zahlreiche Auflagen für den Rückgang verantwortlich. Strenge Vorgaben, je nach Bundesland unterschiedlich, bezüglich Alter, Spendehäufigkeit oder möglichen Krankheiten der Spender. In Wiesbaden darf man bis zum 71. Lebensjahr Blut abgeben, im benachbarten Mainz auch noch darüber hinaus.

In Groß-Zimmern tut das lokale DRK-Team alles, um Spendern den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Während der „Rush-Hour“ gegen 17.30 Uhr standen die Spender an der Anmeldung in der Mehrzweckhalle Schlange. Begleitende Kinder malten derweil in der Kreativecke Bilder, oder schauten sich einen Kinderfilm an. Belagert waren die Tische im DRK-Bistro, wo sich die Spender nach dem Aderlass mit belegten Brötchen, Kaffee, Cola und mehr stärkten.

Der Dienstleistungsgedanke des DRK setzt sich auch im gastronomischen Angebot fort. Nach der Blutspende erhalten die Gäste ein Lebensmittelpaket oder ein Glas deutschen Honig. Wer einen „runden“ Spendengeburtstag feiert, bekommt ein Fläschchen Wein, „Verdiensturkunden und entsprechende Anstecknadeln haben schon viele treue Spender von uns erhalten“, sagte Torben Pullmann vom Ortsverein, „Viele kommen viermal im Jahr.“

Mit 256 Spendern machte der Januar seinem Ruf als starker Monat auch diesmal alle Ehre. Mindest viermal organisiert der Ortsverein die Spende in der Mehrzweckhalle - 2014 sogar öfter. „Es wird viel Blut gebraucht“, so Max, der mit seinem Team im südhessischen Raum versucht, täglich 1 000 Konserven a 0,5 Liter zu sammeln. 80 Mitarbeiter in acht Teams des DRK-Blutspendedienstes schwärmen wochentags aus. „Pro Woche werden 5 000 Konserven benötigt“, erklärte Max. Um den Bedarf an kostbarem Lebenssaft zu decken, bittet der DRK-Ortsverein bereits im Februar zu einem Zusatztermin. Wer den Januartermin versäumt hat, dem wird am Dienstag, 11. Februar, bereits wieder die Chance geboten, in der Mehrzweckahlle ab 17 Uhr Blut zu spenden.

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