Woher Wasser nehmen, wenn der Wald brennt?

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Woher Löschwasser nehmen im Wald? Ein großes Becken füllten die Einsatzkräfte beim Probeeinsatz.

Groß-Zimmern - Lautes Sirenengeheul schreckte die Menschen am Samstagmorgen auf. Kurz nach neun Uhr alarmierte die Rettungsleitstelle in Dieburg die Freiwilligen Feuerwehren Groß-Zimmern. Aus dem Gebiet hinter der Waldschule wurde eine unklare Rauchentwicklung gemeldet.

Einsatzwagen rasten sogleich durch den Ort und viele Anwohner fragten: „Wo brennt es denn?“ Nach ersten Erkundungen hieß es: ein Bodenfeuer auf einer Länge von rund 400 Metern im Bereich Jakobsbornschneise/Ecke Dunkle Schneise. Zum Glück handelte es sich nur eine Übung, dennoch hatte der Groß-Zimmerner Gemeindebrandinspektor und Einsatzleiter James Bennett allerhand zu tun, um die rund 80 Einsatzkräfte aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Forst zu koordinieren.

Im Laufe des fiktiv sich weiter ausbreitenden Feuers mussten weitere Einheiten mit Groß-Tanklöschfahrzeugen aus dem Kreisgebiet nachgefordert werden. Zur Wasserversorgung im Wald wurde ein Pendelverkehr mit Großtanklöschfahrzeugen der Wehren aus Münster, Groß-Umstadt, Groß-Bieberau, Messel, Dieburg und Groß-Zimmern eingesetzt.
Bei Wald- und Flächenbränden muss mit dem vorhandenen Wasser äußerst effizient umgegangen werden, damit der Löschwasservorrat nicht zu schnell aufgebraucht wird. Für das Ablöschen von Bodenfeuern - wie bei der Übung angenommen - kann eine Vornahme von D-Rohren ausreichend sein“, so Bennett. Im Einsatzgebiet wurde zur Pufferung von Löschwasser ein mobiler Speicher aufgebaut, um Wasser zu lagern.

Die leeren Tanks der Feuerwehrfahrzeuge wurden im Bereich der Waldschule gefüllt und zurück zum Einsatzort geschickt.

Erstmals kamen Rückenspritzen zum Einsatz

Zusätzlich zur normalen Brandbekämpfung kamen erstmals sogenannte Rückenspritzen (Spray Pacs) zum Test-Einsatz. Eine mit 25 Litern Wasser gefüllte Weste wird zum Löschen von Klein- und Glutbränden eingesetzt.

Löschen aus der Weste. Erstmals übten die Feuerwehrmänner mit den neuen Rückenspritzen.

Solche Groß-Alarmübungen sind gemäß einem gemeinsamen Erlass des Hessischen Innenministeriums und des Umweltministeriums mit den Feuerwehren und Forstabteilungen in gewissen Abständen vorgeschrieben“, erklärt der Gemeindebrandinspektor. Bei der Übung in Groß-Zimmern wurden zahlreiche Feuerwehreinheiten aus dem Ostkreis Darmstadt-Dieburg eingesetzt. Die Übung selbst wurde nach der Fachempfehlung „Sicherheit und Taktik im Waldbrandeinsatz“ des Deutschen Feuerwehrverbandes umgesetzt.

Die Beobachter vor Ort, Kreisbrandinspektor Ralph Stühling, Forstamtsleiter Helmut Seitel, Revierleiter und Forster Martin Starke sowie Bürgermeister Achim Grimm zeigten sich zufrieden. Nach der Übung konnten sich die Einsatzkräfte am Feuerwehrgerätehaus in Groß-Zimmern bei Gulasch und Getränken stärken.

Beteiligt waren die Feuerwehren Groß- und Klein-Zimmern, Gundernhausen, Münster, Dieburg, Messel, Groß-Bieberau, Groß-Umstadt, Babenhausen sowie die Schnell-Einsatz-Gruppe Dieburg und der DRK Ortsverband Groß-Zimmern.

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